Zu wenig Anspruch in Kino und Fernsehen?

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Arthouse-Genre benötigen Finanzspritze, Kurzfilme werden zu selten in Kino und Fernsehen gezeigt. Das findet zumindest Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU).

Sie sagte am Donnerstagabend bei der Verleihung des Deutschen Kurzfilmpreises in München, dass dies ein unbefriedigender Zustand sei. Kurzfilme seien ein „innovatives Labor“ für den gesamten deutschen Film. Ihre geringe Präsenz in Kino und Fernsehen sei der kreativen Stärke der Macher dabei nicht angemessen.

Elf Kreativschaffende zeichnete Grütters in München aus. Den Preis für den besten Spielfilm unter 10 Minuten erhielten Melissa Byrne und Anna Roller für „Gör“. Darin geht es um eine alleinerziehende Mutter. Florian Schewe und Adrian Figueroa gewannen zudem mit „Proll!“ in der Kategorie bis 30 Minuten mit ihrem Streifen über Menschen, die für Niedriglöhne schuften.

In der Sparte Dokumentarfilm gewann Clara Helbig mit ihrem Streifen „Disjointed“ über die Fleischindustrie. Als Experimentalfilm wurde „One Hundred Steps“ von Michel Balgué, Bárbara Wagner und Benjamin De Burca ausgezeichnet. Hannah Stragholz und Simon Steinhorst erhielten den Deutschen Kurzfilmpreis in der Kategorie Animationsfilm bis 30 Minuten Laufzeit für „Doom Cruise“. Den mit 20.000 Euro dotierten Sonderpreis erhielt dann noch Nicolaas Schmidt für den Film „FIRST TIME [The Time For All But Sunset – VIOLET]“.

Millionensumme für neue Arthouse-Filme

Mit rund 4,5 Millionen Euro will der Bund derweil die Produktion neuer Filme unterstützen. Darunter seien Projekte renommierter Regisseurinnen und Regisseure, teilte die derzeit noch amtierende Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Freitag mit. Gefördert wird etwa die Verfilmung „8 1/4“ von Oskar Roehler. Regisseurin Julia von Heinz („Und morgen die ganze Welt“) soll den Roman „Zu viele Männer“ verfilmen, wie es in der Mitteilung hieß. Die Geschichte erzähle dabei von einer Frau, die mit ihrem Vater – einem Holocaust-Überlebenden – zu den Orten seiner Kindheit reist.

Bildquelle:

  • realityshow: Sat.1/Willi Weber, Presseportal

1 Kommentare im Forum

  1. Wenn Anspruch der "gewöhnliche Alltagssch..ß" ist, dann kann ich darauf verzichten. Zumal im Artikel genannte Themenbereiche bzw. ausgezeichnetes schon genug in zahlreichen Sendungen abgehandelt wird. Da braucht keiner Geld zu verplempern für Kurzfilme, die entweder am Markt nicht ankommen/nicht gesehen werden. Oder deren Vermarktung aufgrund ihrer speziellen Nische zu kompliziert ist. Und so weder von Kinos noch von Fernsehveranstaltern gezeigt werden. Anspruch sind für mich die Klassiker aus Theater, Musik, sowie Film. Aber auch neueres aus jenen Bereichen kann anspruchsvoll sein. Persönlich mag ich nicht, abends (komplizierten) Alltagsmist. Zumal ich Anspruch wochentags eher nicht mag. Da will ich einfach abschalten. Mehr nicht. Das kann ich auch ganz gut mit einer Quizsendung, Unterhaltungsshow oder halt auch mal einen "Hau drauf Film" oder anderen Film, von Fiction bis Abenteuer.
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