Raumfahrt aktuell: Karambolage im Weltall und neuer Artemis-Zeitplan

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LICIACube post-impact Dimorphos Didymos
LICIAcube fotografiert Didymos und darüber Dimorphos nach dem Einschlag von DART. Bildquelle: ASI/NASA
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Mit einem erstaunlichen Medienechos wurde in der letzten Woche die kleine „Dart“-Sonde bedacht. Ihr zielgenauer Einschlag auf dem Asteroiden Dimorphos ist ein positive Nachricht, beim Projekt Mondflug gibt es hingegen weiter Probleme.

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In der Nacht vom Montag auf Dienstag kam es zum Einschlag der „Dart“-Sonde auf Dimorphos. Das ist der kleinere der beiden Asteroiden des Doppelasteroiden Didymos (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). „Dart“ steht dabei für die NASA-Mission „Double Asteroid Redirection Test“ und ist Teil des „Aida“-Programms, was wiederum für „Asteroid Impact & Deflection Assessment“ steht. Im Rahmen des Programms soll die Möglichkeit der Bahnabweichung eines Asteroiden durch die gezielte Kollision mit einer Raumsonde geprüft werden. Hintergrund sind die grundsätzlich immer wieder vorkommenden Einschläge von Asteroiden auf der Erde, die zum Teil katastrophale Folgen hatten und haben können.

Im Rahmen der „Dart“-Mission schoss ein „LiciaCube“ genannter, bereits zehn Tage vor dem berechneten Einschlag ausgeklinkter, Beobachtungs-Kleinsatellit Fotos von dem Ereignis und den Folgen. Auch von der Erde aus war es möglich, das Geschehen mit entsprechenden Teleskopen zu verfolgen. Darüber hinaus nutzte man auch das James-Webb- und das Hubble-Teleskop um den Doppelasteoiden zu beobachten. Im Jahre 2024 soll eine Nachfolge-Mission der ESA namens „Hera“ ebenfalls zum Doppelasteroiden Didymos fliegen unter anderem um die Auswirkungen des Einschlags zu untersuchen.

Verpasste Zeitfenster und taumelnde Satelliten

Ebenfalls am 27. September hätte es wieder einmal so weit sein können, dass die lange und wiederholt verschobene Mission „Artemis-1“ endlich startet. Immer wieder führten technische Probleme wie Lecks beim Befüllen der Rakete dazu, dass die NASA das „SLS“ mit der „Orion“-Raumkapsel an Bord wiederholt und teilweise ziemlich kurz vor geplanten Startterminen von der Startrampe holte. Nun machte ein Sturm mit dem Namen „Ian“ die Pläne für einen Artemis-Start am vergangen Dienstag zunichte. Man beschloss, das „SLS“ mit aufgesetzter „Orion“-Kapsel zur Sicherheit wieder zurück in seinen Hangar, den sogenannten „Vehicle Assembly Building“, zu fahren. Dadurch ist ein Starttermin im Oktober nicht mehr realistisch. Immerhin habe es laut NASA durch den Hurrican „Ian“ keine Beschädigungen am „Fluggerät“ selbst gegeben. Für einen neuen Starttermin wird aktuell von Seiten der NASA der Zeitraum zwischen dem 12. November und dem 27. November genannt.

Artemis 1 könnte nun im November starten

Der Navigationssatellit „Capstone“ (DF-Bericht hierzu), Teil der Bemühungen um eine erneute Mondlandung, bereitet aktuell seinem Missionsteam Mehrarbeit. Nach Angaben des Team begann der Satellit während eines geplanten Manövers zur Bahnkorrektur Anfang September auf dem Weg zu seinem Zielorbit stark zu taumeln. Zusätzlich war die Verbindung zum Satelliten unterbrochen, der Bord-Computer startete immer wieder neu und der Satellit verbrauchte mehr Energie als er durch seine Solarzellen generierte. Daraufhin habe man, nachdem man die Verbindung mit „Capstone“ wiederhergestellt hatte, diesen in einen „safe mode“ versetzt, wodurch die Energiebilanz des Systems wieder positiv sei. Allerdings sei inzwischen wiederum das Triebwerk des Satelliten zu sehr abgekühlt und muss erwärmt werden, bevor der Versuch gestartet werden kann, sein Taumeln zu stoppen. Trotz allem, so die Betreiberfirma „Advanced Space“, sei „CAPSTONE“ aber weiter planmäßig auf dem Weg zu seinem Zielorbit.

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