SD-Abschaltung: Polytron bewirbt Transcoder für nicht-HD-fähige Geräte

2
1170
Polytron MPX 106 D
Polytron MPX 106 D Foto: Polytron

Der Kopfstellen-Hersteller Polytron wirbt für die Zeit nach der SD-Abschaltung für seine Transcoder-Module, die MPEG-4-Signale (HDTV) in MPEG-2-Signale umwandeln.

In einer aktuellen Pressemitteilung verweist Polytron auf die ARD, die ihre TV-Übertragung in SD-Qualität via Satellit Anfang Januar 2025 einstellen will (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). HDTV feiert seinen Siegeszug. Damit endet auch die Ausstrahlung der Programme im MPEG-2-Standard, obwohl einige ältere Empfangsgeräte den MPEG-4-Standard gar nicht verarbeiten können, wie der Anbieter ausführt. Transcoder-Module sollen laut Polytron nun bei bestehenden Gemeinschafts-Empfangsanlagen und Verteilnetzen, die nicht auf den HD beziehungsweise MPEG-4-Empfang umgerüstet werden können, Abhilfe schaffen.

Mit besagten Transcodern sollen dann vorhandene Empfangsgeräte wie beispielsweise Bed-Side-Terminals in Krankenhäusern weiterhin genutzt werden können. Bei der Transcodierung werde, wenn überhaupt, die Video-Bit-Rate nur wenig verringert, sodass die HD-Qualität beziehungsweise die höhere Auflösung nahezu erhalten bleibe, so das Unternehmen.

Das können die Transcoder-Module von Polytron

Konkret wirbt Polytron für das Transcoder-Modul MPM 1333 für die MPX-Serie, die 16 Sat-Transponder in MPEG-2-Signale wandeln soll. Für die bevorstehende SD-Abschaltung will Polytron auch ein Set anbieten, das auf der MPX-Kopfstelle basiert und bereits betriebsfertig bestückt sein soll. Alle wichtigen Programme, die nur noch in MPEG-4 gesendet werden, sollen somit in MPEG-2 zur Verfügung stehen. Wie der Anbieter weiter erklärt, soll sich die MPX-Serie im 19 Zoll-Format für Empfang, Verarbeitung und Verteilung von TV- und Radioprogrammen über ein gemeinschaftlich genutztes Kabel- und/oder IP-Netzwerk eignen. Je nach technischer Anforderung kann man die Polytron-Kopfstellen mit entsprechenden Eingangs-, Ausgangs- oder Processing-Modulen bestücken und anpassen, wirbt der Hersteller.

Die 19 Zoll-Kopfstellen können laut Polytron zudem bis zu sechs Module aufnahmen und verfügen über zwei redundante Netzteile. Eine intuitive Web-Programmier-Oberfläche soll darüber hinaus für eine einfache Installation und Bedienung der MPX 106 D sorgen, kann man der Produktvorstellung entnehmen.

2 Kommentare im Forum

  1. Also das wäre nun wirklich die allerletzte Option - im Falle großer Mengen spezieller Endgeräte in Krankenhäusern vielleicht, aber in jedem anderen Fall dürfte es schon kurzfristig, vor allem aber (Energiekosten!) langfristig günstiger sein, die Empfangsgeräte zu tauschen. Irgendwann muss doch mit SD wirklich mal Schluss sein. Will man das mit solchen Geräten auf "niemals" verschieben?
  2. Das MPM 1333 ist hier: MPM 1333 Auffällig ist der vollflächige Kühlkörper. Und in den Daten steht was von maximal 48 Watt Leistungsaufnahme. Wie viele Services man damit gleichzeitig transcodieren kann, ist mir unklar, der Screenshot in der Anleitung des Komplettsystems zeigt mindestens 18 Services, die da per Lizenz freigeschaltet werden können. Mindestens 18 Services Video + Audio zu transcodieren für maximal 48 Watt wäre doch nüchtern betrachtet schon wieder effizient. Das Ansinnen als solches ist aber insgesamt nicht effizient: für 16 Transponder mit insgesamt ca. 50 - 80 Services in direkter 1:1-Umsetzung ohne Transcoding braucht eine Kompaktkopfstelle aktuellen Standes um die 35 Watt. Ansonsten ist sowas schon ein sehr geiles Spielzeug. Und ich habe Respekt vor denen, die sowas entwickeln und programmieren.
Alle Kommentare 2 im Forum anzeigen

Kommentieren Sie den Artikel im Forum