ARD und ZDF fordern mehr Datenschutz für Smart TVs

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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ARD und ZDF haben ein gemeinsames Positionspapier zum Datenschutz bei Smart TVs verabschiedet. Darin sprechen sich die Rundfunkanstalten gegen die Datensammelwut einiger Sender und Hersteller aus und verurteilen das erstellen von Nutzerprofilen durch eine Auswertung der Sehgewohnheiten.

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Die beiden Rundfunkveranstalter ARD und ZDF haben ein gemeinsames Positionspapier verabschiedet, welches die Grundregeln für Smart-TV-Geräte festlegen soll. Dabei geht es vor allem um den Datenschutz, denn die Gerätehersteller und auch die Sender sammeln über die internetfähigen Geräte fleißig Daten der Nutzer. Auf diese Weise sollen unter anderem die Sehgewohnheiten des Zuschauers erfasst werden, was dann wiederum für individualisierte Angebote – vor allem bei der Werbung – genutzt werden kann.

Laut ARD und ZDF müssten jedoch die erhobenen Daten strikt zweckgebunden bleiben und dürften nicht dazu verwendet werden, ein personenbezogenes Nutzungsprofil zu erstellen. „Smart-TV-Geräte bieten dem Zuschauer viele nützliche Zusatzfunktionen. Einen nachhaltigen Markterfolg wird es für die Geräte aber nur dann geben, wenn der Zuschauer auf den wirksamen Schutz seiner Daten vertrauen kann“, erklärte etwa der Vorsitzende des Arbeitskreises der Rundfunkdatenschutzbeauftragten, Christoph Bach vom ZDF.
 
In ihrem Positionspapier halten ARD und ZDF fest, dass eine anonyme Nutzung des Fernsehers auch bei Smart-TV-Geräten gewährleistet sein muss. Eine Profilbildung über das individuelle Fernsehverhalten sei ohne eine Einwilligung des Zuschauers unzulässig. Geräte, die über HbbTV verfügen, müssten zudem sicherstellen, dass die Daten zwischen Gerät und Sender sicher übertragen werden und vor dem Zugriff Dritter sicher sind.
 
Die Datenschutzbeauftragten von ARD und ZDF begrüßen es, dass das Positionspapier von den Datenschutzaufsichtsbehörden der Gerätehersteller und den für die privaten Sender zuständigen Landesmedienanstalten mitgetragen wird. „Mit diesen gemeinsam verabschiedeten Anforderungen gewinnen alle Beteiligten, also Gerätehersteller, Rundfunkanstalten und sonstige Anbieter, Klarheit, welcher datenschutzrechtliche Rahmen zu berücksichtigen ist“, erklärte Horst Brendel, Datenschutzbeauftragter des NDR.
 
Bereits in der vergangenen Woche war das Thema Datenschutz bei Smart TVs auf der Anga Com diskutiert worden. Dabei hatte sich lediglich Andreas Bereczky, der Produktionsdirektor des ZDF, entschieden gegen die Datensammelwut der Sender ausgesprochen. So würde sein Sender keinerlei Daten speichern, die nicht anonymisiert wären, und die gesammelten Daten auch nur zum Zwecke der technische Optimierung verwenden. [ps]

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