[DI vor 5 Jahren] Ein Projekt namens Dolphin

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Im Juli 2006 brachte der DIGITAL INSIDER eine Ausgabe zum Spezialthema Verschlüsselung. Zuvor berichtete der DI als Erster über die Verschlüsselungspläne von RTL und Pro Sieben Sat 1. Im Sommer 2006 mischten sich dann die Kartellwächter ein, wie sie es daraufhin noch einige Male getan haben.

So offen, wie SES/Astra die Satellitenplattform Dolphin, später Entavio, stets bezeichnete, war sie anfangs nicht, denn nur eine ausgewählte Handvoll Boxenhersteller erhielten von der Astra Platform Services (APS) die technischen Spezifikationen für die Produktion entsprechender Empfangsgeräte. Ein Aufschrei ging durch die Branche, der bis nach Bonn hallte. Das Bundeskartellamt unter der Führung von Ulf Böge, heute als Berater für European Economic & Marketing Consultants in Bonn tätig, drohte mit einem Bußgeld in Höhe von einer Million Euro, sollte APS dem Kartellamt die Spezifikationen nicht vorlegen wollen.

Es begann das Verfahren zu Dolphin mit dem bekannten Ende für Entavio. Im Juli 2006 stieß das Einschreiten der Kartellwächter eine Diskussion über den Sinn und Unsinn einer Verschlüsselung los. „Free-TV bleibt Free-TV“, erklärte SES/Astra-Sprecher Markus Payer seinerzeit im Interview mit DIGITAL INSIDER. Der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM), Wolf-Dieter Ring, hingegen sah einen Trend hin zu Pay-TV, während der damalige WDR-Intendant Fritz Pleitgen die Verschlüsselungspläne der Privatsender als Bremse der Digitalisierung bezeichnete.

Die Diskussion hat bis heute nichts an Brisanz verloren und bewegt sich immer noch zwischen der von den Privaten geforderten Integrität ihres TV-Signals und dem von den Öffentlich-Rechtlichen hochgehaltenen Postulat des Fernsehens ohne Grenzen. Allerdings wird immer deutlicher, unter welchem Druck die TV-Sender stehen, wenn es um hochwertige Film- oder Sportrechte geht. Rechtevermarkter, Studios und Sportverbände fordern immer vehementer den Schutz ihrer Inhalte vor einer illegalen Weiterverbreitung. Dem können sich auch die Öffentlichen-Rechtlichen nicht entziehen, wie die Diskussion um den Kopierschutz CPCM zeigt (DF berichtete). Inzwischen haben die Privaten ihr Dolphin/Entavio etabliert: mit HD Plus und ohne Rote Karte aus Bonn.

In der Rubrik DIGITAL INSIDER vor 5 Jahren blickt die Redaktion des Branchendienstes einmal im Monat auf Themen zurück, die seinerzeit die Branche bewegt haben. Während manche Entwicklungen bis heute nichts von Ihrer Relevanz eingebüßt haben, entlarvt unsere Rückschau auch Totgeburten und verfehlte Erwartungen. Den DIGITAL INSIDER können Sie unter diesem Link abonnieren.

[mh]

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5 Kommentare im Forum

  1. AW: [DI vor 5 Jahren] Ein Projekt namens Dolphin Tcha vor 5 Jahren stand man vor einem Abgrund (Verschlüsselung) heute ist man ein Schritt weiter. Schaizz HD+ Gedöns!
  2. AW: [DI vor 5 Jahren] Ein Projekt namens Dolphin Ach DI steht für Digital Insider, und ich fragte mich schon was den an einen Dienstag vor 5 Jahren war.
  3. AW: [DI vor 5 Jahren] Ein Projekt namens Dolphin Schon wieder ein getarntet Werbeartikel für verschlüsseltes Fernsehen. Es läuft aber doch noch ein Kartellverfahren gegen HD+ oder hat jemand andere Infos?
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