Österreich: Festplattenabgabe wäre Schritt in falsche Richtung

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Bild: © lassedesignen - Fotolia.com
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Nicht nur in Deutschland werden derzeit Gedanken über eine Gebühr auf Speichermedien heftig diskutiert, auch in der österreichischen Politik ist die Thematik bereits angekommen. Die eng mit der Sozialdemokratischen Partei Österreich (SPÖ) verbundene Organisation Sozialistische Jugend hält diesen Schritt allerdings für vollkommen falsch.

Auf Festplatten würden nicht nur urheberrechtlich geschützte Werke gespeichert, sondern sie dienten ebenso der Archivierung von privaten Materialien, gab Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend, zu bedenken. Die soziale Absicherung von Künstlern jeder Art müsse zweifelsfrei sichergestellt werden, dies über eine Festplattenabgabe zu realisieren sei aber der falsche Weg. Das gab die Österreichische Jugendorganisation am Montag bekannt.

Daher seien die „jüngsten Gedankenspiele über neuen Gebühren auf dem Rücken der KonsumentInnen […] genauso abzulehnen wie Pläne à la ACTA, die den digitalen Fortschritt im Keim ersticken und Millionen von Userinnen und Usern ins Kriminal rücken sollen“, sagte Moritzi weiter. Damit stellt sich die Sozialistische Jugend Österreich hinter SPÖ-Nationalrätin Sonja Ablinger, die den aktuellen Diskussionen über eine entsprechende Abgabe skeptisch gegenüber steht.

Es bedürfe vielmehr einer umfassenden Reform des Urheberrechts, die einen Interessenausgleich zwischen Internet-Nutzern, Urhebern und Verwertern sicherstellt. Künstler müssten mehr Unterstützung von staatlicher Seite erfahren, um ihre geschaffenen Werke auch entsprechend wertschätzen zu können.

Auch in Deutschland wird eine Festplattenagabe derzeit heftig diskutiert. Im vergangenen November hatte die zur GEMA gehörende Zentralstelle für private Überspielungsrechte (ZPÜ) neue Abgaben für digitale Unterhaltungselektronik erhoben. So wurden beispielsweise die Tarife die Festplattenreceiver oder auch Set-Top-Boxen deutlich angehoben. Der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) hält höhere Abgaben für überzogen und befindet sich bereits seit Jahren mit der ZPÜ im Konflikt. [fm]

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9 Kommentare im Forum

  1. AW: Österreich: Festplattenabgabe wäre Schritt in falsche Richtung Eine Festplattenabgabe wäre unter der Voraussetzung zu begrüßen, wenn damit ALLE Rechte abgegolten sind und FÜR PRIVATE ein Kopieren ohne Einschränkungen erlaubt ist. Gleichzeitung muss selbstverständlich das Verbot der Umgehung von industriellen Kopierschutz aufgehoben werden.
  2. AW: Österreich: Festplattenabgabe wäre Schritt in falsche Richtung Wir schreiben das Jahr 2022...der GEMA ist es endlich gelungen den Gesetzgeber davon zu überzeugen, eine Zwangsabgabe auf die Vital-Festplatte (Gehirn) zu erheben. Ab dem 01.02.2014 muß jeder Mensch pauschal 1980,- Euro an die GEMA leisten. Damit sind dann alle Speichervorgänge auf die Vital-Festplatte bis ins Alter von 50 Jahren gedeckt. Wer längere Speicherung wünscht, der hat pro weitere 5 Lebensjahre pauschal 80,- Euro zu berappen. Die Zahlung ist ab dem 5. Lebensjahr im voraus fällig! Wer die Pauschalabgabe umgehen möchte, dem wird geraten nach jedem Kino-Besuch, nach dem Hören eines Musikstücks, nach dem Lesen eines Buches, nach dem Betrachten eines Bildes...naja kurz im wird geraten sich einer "Gehirnwäsche" zu unterziehen! Jetzt mal ernsthaft...es reicht!!!
  3. AW: Österreich: Festplattenabgabe wäre Schritt in falsche Richtung Die Branche muss erstmal verschlangt werden. Es ist schlicht ein aufgeblasner Wasserkopf.
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