Black Friday Tipps: Elektronik nachhaltig shoppen

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Green Sale © fog17/stock.adobe.com
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Am Black Friday hoffen viele, günstige Elektrogeräte wie Smart TVs und Tablets abzustauben. Den wahren Preis zahlen oft andere und die Umwelt. Doch das muss nicht sein. Mit diesen Tipps wird der Black Friday etwas nachhaltiger.

Das Fest der Schnäppchen und Rabatte steht vor der Tür: Black Friday und Cyber Monday. Zwar ist die Kauflaune der Deutschen 2020 durch Corona laut einer Studie etwas gedämpft. Trotzdem wird das Geschäft mit vergünstigten Artikeln wohl auch dieses Jahr wieder brummen. Ganz oben auf der Wunschliste stehen mit 65 Prozent Elektrogeräte.

Während sich Käufer und vor allem Verkäufer über das Shopping-Geschäft freuen, ächzt die Umwelt nicht nur unter dem Verpackungsmüll, sondern besonders unter dem anfallenden Elektroschrott. Ganz zu schweigen von den ArbeiterInnen, die die Technik-Artikel oft unter katastrophalen Bedingungen herstellen.

Der Berg an Elektroschrott wächst und wächst

Jährlich ein neues Smartphone, das neueste Smart TV-Modell mit noch besserer Grafik und neuen Features – die Hersteller verführen zu schnellebigem Konsum. Auch die kurze Lebenszeit vieler Artikel trägt dazu bei. Laut dem „Global E-waste Monitor 2020“ der UNO fielen 2019 weltweit 53,6 Millionen Tonnen Elektromüll an. Das entspricht 350 großen Kreuzfahrtschiffen. Wir Europäer produzieren dem Bericht zufolge jährlich 16,2 Kilo Elektroschrott pro Kopf. Tendenz steigend. Eine niedrige Recycling-Quote, der Verbrauch knapper Ressourcen und giftige Stoffe wie Quecksilber – nur einige Gründe, weshalb der Elektromüll problematisch ist.

Soll man den Black Friday also komplett boykottieren? Das wäre vielleicht das konsequenteste Mittel, muss aber nicht sein. Schließlich kommt man ohne elektronische Produkte heute kaum noch aus. Aber man kann das Shoppen (nicht nur am Black Friday) durchaus nachhaltiger gestalten, wenn man ein paar Dinge beachtet.

1. Reparierbarkeit der Produkte beachten

Das alte Tablet reagiert im Schneckentempo und beim Smartphone ist die Batterie im Handumdrehen runter? Da muss ein neues her! …Vielleicht auch nicht. Viele Elektrogeräte lassen sich mittlerweile zwar leider nicht mehr so leicht selbst reparieren. Aber man sollte es nicht von vornherein ausschließen und kann sein Altgerät vom Elektro-Fachpersonal checken lassen. „Platt machen“, also auf Werkseinstellung zurücksetzen hilft auch. Vorher sollte man natürlich seine persönlichen Daten sichern. Beim Neukauf kann man vorher schon überprüfen, ob ein Gerät gut zu reparieren ist. Zum Beispiel mit dem Reparierbarkeitsindex des Portals Ifixit. Dort schneidet erwartbar das Fairphone am besten ab. Aber auch Modelle von Motorola und LG können punkten.

2. Energieeffizienz prüfen

Energieeffiziente Geräte schonen Portemonnaie und Umwelt. Bei Elektro-Großgeräten wie Waschmaschinen, Kühlschränken aber auch Smart TVs hilft das EU-Energielabel weiter. Schon vor dem Kauf kann man so einzuschätzen, welches Produkt Strom spart oder schluckt. Zu beachten ist, dass die Energieklasse A keineswegs die oberste Güteklasse ist. Denn aktuell geht die Skala von A+++ bis D. Diese etwas irreführende Einteilung soll aber 2021 durch A bis G abgelöst werden.

3. Labels checken

Auch wenn es für viele kleine Elektrogeräte, wie Smartphones und Spielkonsolen, (noch) keine verpflichtendes Label gibt: Einige freiwillige Zertifikate weisen dennoch auf Energieeffizienz hin. Zum Teil fließen auch umweltschonende Herstellung und Materialien oder Stromverbrauch bei Herstellung und Entsorgung in die Bewertung ein. Beispiele sind der Blaue Engel, das EU Ecolabel und das TCO Siegel.

4. „Refurbished“ kaufen

Nicht nur Klamotten gibt es Second Hand – auch für Elektroartikel gibt es eine Reihe Anbieter, die Altgeräten eine zweite Chance geben. Nachdem sie Smartphones, Tablets und Laptops generalüberholt und die Geräte den Test bestanden haben, bieten sie diese „refurbished“ wieder an. Dabei kann man oft die Hälfte (oder mehr) des Preises sparen. Beispiele sind Refurbed, Back Market und AfB. Die Portale haben oft auch eigene Angebote zum „Green Friday“. Wichtig: Immer auf Garantie und Rückgaberecht achten.

5. Bewusst shoppen

Brauche ich wirklich (noch) eine neue Soundbar? Und würde ich diesen Fitness Tracker auch kaufen, wenn er nicht reduziert wäre? Vor dem Kauf lohnt es sich, zweimal nachzudenken, was man gebrauchen kann. Dringend nötige Anschaffungen lohnen sich natürlich immer. Doch bei Spontankäufen sieht das oft anders aus. Zumal nicht alles, was „Rabatt“ schreit, auch tatsächlich Geld spart. Die Binsenweisheit lautet: Im Zweifelsfall ist nichts kaufen das günstigste aller Schnäppchen.

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1 Kommentare im Forum

  1. Top, wenn ein ausführlicher Artikel zu Nachhaltigkeit im DF seinen Platz findet(y) Es wird hoffentlich nicht dazu führen, dass DF in den Ruf kommt, linksaußen zu agitieren :ROFLMAO:
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