Jugendkanal: „Paradigmenwechsel“ für ARD und ZDF

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Nach jahrelangen Planungen startet im Herbst nun der gemeinsame Jugendkanal von ARD und ZDF. Mit dessen Start steht den Öffentlich-Rechtlichen ein Paradigmenwechsel bevor.

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Dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen in Deutschland steht ein Paradigmenwechsel bevor: Im Oktober geht das gemeinsame Jugendangebot von ARD und ZDF an den Start, mit dem die Fernsehanstalten vollkommen neue Wege bestreiten. Denn mit dem Kanal für das junge Publikum im Alter von 14 bis 29 Jahren stellen die öffentlich-rechtlichen Sender erstmals ein Angebot ausschließlich online bereit. Im Zuge der jahrelangen Planungen wurde der Jugendkanal auf einen reinen Online-Ausspielkanal reduziert. Damit einher geht jedoch ein völlig neues Sendeverständnis: „Wir wollen keine TV-Programme im Netz ausspielen, sondern wir wollen originäre Inhalte im Netz produzieren, und das ist für das öffentlich-rechtliche System in Deutschland auf jeden Fall ein sehr großer Paradigmenwechsel“, erklärt Florian Hager, Programmgeschäftsführer des Jugendkanals, im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Entscheidend sei Hager zufolge bei dieser heterogenen Zielgruppe der Ausspielweg: So kommt der Jugendkanal als Onlinesender dem Mediennutzungsverhalten der angepeilten Zielgruppe entgegen, das zum Großteil im Internet stattfindet. Allerdings müssten ARD und ZDF nun die Aktivitäten, mit denen sie die 14- bis 29-Jährigen erreichen wollen, an einer zentralen Stelle bündeln – diese Chance biete nun der Jugendkanal. Die Inhalte des Jugendkanals sollen den Interessenten dabei vor allem auf Drittplattformen zur Verfügung gestellt werden.
 
Der Blog des Jugendkanals ist dieser Tage schon online gegangen, auch das erste Format, mit dem sich die Öffentlich-Rechtlichen an die Zielgruppe wenden wollen, steht bereits in den Startlöchern: Für „Was mit Fabian“ hat sich Radio Bremen den Youtuber Dailyknödel geholt, der das aktuelle Tagesgeschehen aus seiner Sicht kommentieren wird. Dabei geht es den Programmverantwortlichen am Anfang nicht darum, den Zuschauern fertige Formate zu präsentieren. Im Gespräch mit Deutschlandfunk erläuterte Hager, dass man die Formate statt langer Entwicklungszeit frühzeitig auf Sendung schicken wolle, um sie dann gemeinsam mit den Nutzern weiterzuentwickeln.
 
Dabei betont der Chef des Jugendkanals die Vorreiterrolle, die dem Jugendkanal zukommt, denn bisher gebe es kaum öffentlich-rechtliche Angebote, die die Interessen der 14- bis 29-Jährige bedienen würde. Auch zur Akpezptanzsicherung des beitragsfinanzierten Rundfunksystems solle der Jugendkanal einen wichtigen Beitrag leisten: Im Jugendkanal sieht Hager die letzte Chance der Öffentlich-Rechtlichen, die Beitragszahler von Morgen zu erreichen. „Ich finde es schon wichtig, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk an der Stelle, auch was die Akzeptanz dann in zwei, drei, vier, fünf Jahren anbetrifft, sich um diese Zielgruppe kümmert und so die letzte Chance noch mal nutzt, wirklich in der Zielgruppe auch zu reüssieren.“[kw]

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5 Kommentare im Forum

  1. Naja, hoffentlich weiß man bei ARD und ZDF auch, das man online, Millionen ihrer Zielgruppe gar nicht erreicht. Erstens fehlt nach wie vor noch ein flächendeckender Ausbau mit schnellem Internet um das Programm vernünftig empfangen zu können und zweitens, selbst da wo es möglich ist hat nicht jeder die Möglichkeit es zu bezahlen.
  2. Erinnert mich irgendwie an DT64 rund um die Uhr im Kampf gegen RIAS 2. Staatsfernsehen/Internet für die Jugend. Das wird eine Geldvernichtungsmaschine die Dank Zwangsgebühr finanziert wird. Ich kenne niemanden der das braucht.
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