Neues Google Maps verstößt gegen EU-Datenschutzrecht

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Seit letzter Woche kann Google Maps wieder auf iOS-Geräte heruntergeladen werden. Nun gibt es erste Kritiken an der neuen App – offenbar verstößt der Kartenservice mit seiner Ortungs-Funktion gegen das europäische Datenschutzrecht.

Nach der Verbannung durch Apple ist Google Maps seit vergangener Woche wieder für iOS im App-Store verfügbar. Nun gibt es aber erste rechtliche Bedenken zum zurückgekehrten Kartendienst. Wie das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein gegenüber dem Onlineportal „computerworld.com“ mitteilte, übermittelt die neue App automatisch Standort-Informationen an Google. Das sei mit dem europäischen Datenschutzrecht nicht vereinbar.

In Google Maps wird die Funktion zur Erfassung von Standorten, die standardmäßig aktiviert ist, wie folgt beschrieben: „Helfen Sie uns, Google-Dienste wie den Verkehrsdienst zu verbessern. Anonyme Standortdaten werden vom Google-Standortdienst erfasst und an Google gesendet und eventuell auf Ihrem Gerät gespeichert.“ Schon die automatische Aktivierung dieser Funktion sei nicht Rechtskonform, so Marit Hansen vom Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein.
 
Auch Googles Definition von „anonym“ garantiere dem Nutzer tatsächlich keine Anonymität, so Hansen. So könnten alle Daten eindeutig einem User zugeordnet werden – die „Anonymen Standortdaten“ seien nach europäischem Recht tatsächlich „persönliche Daten“, führt sie weiter aus. Mit der neuen App sammelt Google also automatisch Standort- und Bewegungsinformationen der Nutzer, was gegen EU-Recht verstößt.
 
Ausgeschaltet werden kann die Funktion der automatisch aktivierten Standorterfassung manuell im Einstellungsmenü der App. Unter „Info, Datenschutz & Bedingungen“ kann unter dem Punkt „Nutzungsbedingungen & Datenschutz“ die „Erfassung von Standorten“ ausgeschaltet werden. [hjv]

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1 Kommentare im Forum

  1. AW: Neues Google Maps verstößt gegen EU-Datenschutzrecht Google Maps war vorher nie im Appstore verfügbar. http://www.heise.de/mac-and-i/meldung/Google-Maps-fuer-iOS-veroeffentlicht-3-Update-1765756.html Wobei: So automatisch ist die Standortweiterleitung gar nicht: Beim ersten Start der App ist das Häkchen zwar gesetzt, aber man kann es entfernen. Bis dahin passiert nichts, denn erst wenn man der App erlaubt, auf die Ortungsdienste zuzugreifen, kann der Standort bestimmt werden. Das sieht man beim ersten Start: Das Häkchen ist gesetzt, man kann es entfernen. Dann wird man aufgefordert, sich bei Google anzumelden (das ist ja der eigentliche Hammer), was jeder hoffentlich überspringt. Erst dann greift die App auf Ortungsdienste, und der Nutzer wird gefragt, ob Google Maps diese nutzen darf.
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