Wegen Datenschutz: Sachsen-Anhalt löscht Facebook-Account

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Bild: © Victoria - Fotolia.com
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Als erstes Bundesland will Sachsen-Anhalt seinen Facebook-Auftritt wegen Datenschutzbedenken löschen.

Die Landesseite mit mehr als 12 000 Abonnenten werde zeitnah abgeschaltet, teilte die Staatskanzlei in Magdeburg am Donnerstag mit. Zuerst hatte die „Mitteldeutsche Zeitung“ über den Facebook-Ausstieg der Landesregierung berichtet.
 
„Natürlich wollen wir die Bürgerinnen und Bürger Sachsen-Anhalts auch auf den Kanälen erreichen, wo sie selbst aktiv sind“, sagte der Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra (CDU). Doch der immer noch nicht rechtskonforme Umgang von Facebook mit dem Thema Datenschutz lasse ein Weiterbetreiben der Seite nicht zu. Es sei überaus bedauerlich, dass Facebook keine Bereitschaft erkennen lasse, die dort bekannten Probleme zufriedenstellend zu lösen.

Laut Staatskanzlei ist Sachsen-Anhalt das erste Bundesland, das diesen Schritt so konsequent geht. Das Land sei weiterhin in anderen Sozialen Medien aktiv und werde auch die Facebook-Seite reaktivieren, sobald Facebook einen rechtskonformen Betrieb gewährleiste.
 
Kritik an der Entscheidung kam von den Grünen, die mit der CDU und der SPD in Sachsen-Anhalt regieren. Der Grünen-Politiker Sebastian Striegel nannte den Schritt falsch und übereilt. Das Land müsse mit seinen Institutionen dort präsent sein, wo die Menschen sind. [dpa]

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35 Kommentare im Forum

  1. Das finde ich eine hysterische Überreaktion die nur schadet. Probleme mit dem Datenschutz sehe ich kaum, denn man würde dort ja ohnehin keine sensiblen Daten teilen, sondern eher Sachen posten die auch so veröffentlicht oder der Presse zur Verfügung gestellt werden. Und in den Kommentaren schreiben die Leute normal auch keine sensiblen Inhalte. Aber Facebook und Instagram sind eben Wege mit normalen Bürgern, auch jüngeren Bürgen in Kontakt zu kommen. Politische Tageszeitungen werden nur von einer Minderheit abonniert und sind nur Unidirektional, Leserbriefe recht aufwendig. Und auf Twitter sind Politiker und Journalisten auch weitgehend unter sich.
  2. Lustig finde ich, dass wir mit unseren Büro-PCs auch nicht auf die offiziellen Socialmedia-Auftritte unserer Behörde zugreifen dürfen, auf die wir andererseits aber in den Signaturen der E-Mails an die Bürger hinweisen sollen .
  3. Wie bitte? Selbst wenn man bei Facebook nur angemeldet ist, verstößt das schon gegen den Datenschutz.
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