Auf dem Prüfstand: Simaudios Vollverstärker Moon 340i

0
469
Anzeige

Klangdesign aus Kanada

Es soll ja nie schaden, einmal über den großen Teich zu schauen. Deshalb wollten wir hören, was die kanadischen Audiospezialisten von Simaudio an klangvollen Komponenten in die Produktmarke Moon investieren.

Anzeige

In unseren Breitengraden ist die Audiomarke Moon nur den eingefleischten Enthusiasten ein Begriff. Das kann sich nun ändern. Der Vollverstärker Moon 340i wird in einem modularen Konzept angeboten. Es lassen sich je nach dem persönlichen Bedarf drei Erweiterungen nachrüsten.
 
Dazu gehören ein XLR-symmetrischer Eingang, eine Phonovorverstärkerplatine für MM- und MC-Systeme mit einigen Anpassungen und eine USB/ Digital-Inputplatine. Letztere unterstützt in der neuesten Version die asynchrone USB-Anbindung und damit auch bis zu 24 Bit Auflösung und Abtastraten bis 192 Kilohertz (kHz). Aber auch über die koaxialen S/PDIF-Anschlüsse kann der Burr-Brown-PCM1793-D/A-Wandler diese Audiodaten wandeln.

Wenn etwas deutlich auffällt, dann ist es die robuste und trotzdem formschöne Gehäuseverarbeitung. Die Vorderseite ist aus massivem Aluminium, mit einem großen – auch abschaltbaren LED-Display und einem griffigen Lautstärkesteller ausgestattet. Die Rückseite dagegen offeriert eine Menge an Anschlüssen, die auch der Systemintegration dienen können.
 
Interessant ist die rein analoge Lautstärkeregelung, die scheinbar nicht direkt über das motorgetriebene Alps-Potenziometer geschieht, sondern eine spannungsgesteuerte Verstärkerschaltung (VCA) bedient. Das kommt aus dem „Profilager“ und verhindert zu lange Wege, Stereobalanceabweichungen oder Verzerrungen durch Lautstärkesteuer-ICs für das Audiosignal.

Es ist schon ganz normal, dass ein Ringkerntransformator als Ausgangspunkt der Netzteile eingesetzt wird. Das Modell hier ist mit 400 Volt Ampere (VA) angegeben und besitzt mehrere Abgänge für unterschiedliche Spannungen. Auffällig ist nur, dass scheinbar ein Brückengleichrichter für beide Endstufen eingesetzt wird, wohingegen jede Stereoseite 20 000 Mikrofarad Siebkapazitäten aufweist.
 
Im Weiteren kann man sich gar nicht tiefer den ganzen Besonderheiten des Schaltungsdesigns widmen. Die Fülle an exzellenten Bauteilen von Linear Systems, Analog Devices und eine Scharr namenloser rauscharmer Kleinsignaltransistoren zusammen mit SMDs, bilden das Umfeld der Endstufentransistoren. Der Kenner weiß an dieser Stelle, wo viele aktive Bauelemente sind, da wird auch viel geregelt.

Ein weitverzweigtes System von Gegenkopplungsschaltungen ist immer besser als eine „globale“ Lösung. Die jeweiligen zwei Komplementärpaare an Leistungstransistoren pro Kanal übernehmen den Lautsprecherantrieb. Die Typen sind schwer ermittelbar, weil sie für Moon gelabelt wurden. Es soll sich aber um ein Schaltungsdesign handeln, dass bis fünf Watt (W) Ausgangsleistung auf Class-A-Niveau agiert. Wenn wir uns den quantitativ erfassbaren Dingen zuwenden, so konnten wir im Burst-Test, an einer Last von 8 Ohm unter der Erreichung von 1 Prozent THD+N, auf den Ausgängen 115 W gleichzeitig ermitteln.
 
Die allgemein ermittelten Messdaten (siehe Tabelle) sind für den RCA- und XLR-Eingang nahezu gleich. über den RCAEingang gemessen werden um maximal 2 Dezibel (dB) bessere Werte für den Signal- Rauschabstand und die Dynamikfähigkeit wird nach AES17 ermittelt. Auch das übersprechen der Stereokanäle ineinander ist um knapp 6 dB besser. Es war festzustellen, dass bei unterschiedlichen Eingangspegeln und auch Leistungsabgaben der Anteil der harmonischen Verzerrungen nicht sonderlich stark anstieg. Die Verzerrungsprodukte bauen sich vollkommen typisch, vor allem ungeradzahlig mit K3 beginnend auf.

Anzeige

Kommentare im Forum