Exklusiv-Test: Burmester B10

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Entspannter Hörgenuss

In seiner Freizeit musiziert Dieter Burmester sehr gern, manchmal auch mit einigen seiner Mitarbeiter. Der Legende nach war es ihm ein Anliegen, für sein Studio einen Nahfeldmonitor zu entwickeln, den B10.

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Ein Nahfeldmonitor dient der Beurteilung der Qualität einer Musikaufnahme und ihrer Abmischung im Studio. Burmester machte daraus dank seines typischen Understatements einen Kompaktlautsprecher. Deshalb besteht die Frontplatte aus einem Zentimeter Aluminium und trägt den eingefrästen Namensschriftzug des Firmeninhabers.
 
Die beiden anderen sauber gearbeiteten Öffnungen dienen gleich als Schallführung für den Hochtöner und den Tiefmitteltöner. Diese massive Front wurde zudem in einer Sandwichbauweise erstellt, um Gehäuseschwingungen schon dort zu unterdrücken, wo sie entstehen. Ein Tiefmitteltöner setzt elektrische Energie in mechanische Energie um. Dabei werden Luftdruckänderungen in Form von Schall erzeugt und zum Teil werden mechanische Schwingungen auf die Gehäusekonstruktionen abgeleitet.

Die klanglichen Folgen aus den Resonanzbildungen verfälschennormalerweise die Wiedergabe, bei dem B10 ist das jedoch nicht der Fall.Der 170-mm-Lautsprecher dieser 2-Wege-Bassreflexkonstruktion ist miteinem starken Antriebssystem ausgestattet und verfügt über eine Membranaus Glasfasergewebe. Seine Gummisicke deutet auf eine große möglicheAuslenkbarkeit hin. Das Membranmaterial besitzt eine geringe Neigung, inunkontrollierte Partialschwingungen auf der Membran aufzubrechen. Einenweiteren Anteil an der Präzision, mit der ein Lautsprecher ein Signalwiedergeben kann, hat die Frequenzweiche. So ist deren Optimierung beidem B10 auch an dieser Stelle im wahrsten Sinne des Wortes tonangebend.
 
Das akkurate Einschwingverhalten des Tiefmitteltöners und darüber hinausdie korrekte Reproduktion der Signalform war bei der Entwicklung alsooberste Priorität. Dazu gehört auch, die Schallenergie im Bassbereichkontrollieren zu können. Mit einer einfachen Methode, wie dem Verschlussdes rückseitig eingebauten Bassrefl exkanals, wird hier einevorteilhafte Ortsanpassung vorgenommen. Bei dem B10 kommt noch einzweiter Schritt hinzu, indem mittels eines Schalters am Anschlussfelddie Bassintensität gesteigert werden kann. Dabei werden gleichzeitigFrequenzen unterhalb von 40 Hz bedämpft und der Lautsprecher wirdweniger belastet. Bei dem Blick auf den Hochtöner ist zu sehen, dass essich um einen Ringstrahler handelt, der bei Lautsprecherkonstrukteurensehr beliebt ist. Dieser hier, ist speziell für Burmester angefertigtworden.
 
Im Vergleich zu Kalotten erfolgt der Antrieb des schwingendenMembranmaterials, das in Form von zwei gewölbten Ringen vorliegt, genauzwischen diesen beiden Ringen. Durch diese kurze Anbindung entsteht eineenorm schnelle Umsetzung der elektrischen Impulse in Schall. Die sehrniedrige Eigenresonanzfrequenz des Membranmaterials ist ein Vorteil beimakustischen Übergang zum Tiefmitteltöner. Der hohe erzielbareWirkungsgrad einer großen wirksamen Membranfläche, und ein vorrangigharmonisch geradzahlig geprägtes Verzerrungsverhalten lassen den Klangselten zu Schärfen neigen. Wenn Kritik am Ringstrahler angeführt wird,dann nur in Bezug auf sein geringeres Rundstrahlverhalten. Und das kommtder heutigen Wohnraumgestaltung entgegen, bei der Minimierung vonStörungen durch Wandreflexionen.

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