Für Sie getestet: Unison Researchs Vollverstärker Unico Primo

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Hybrid vollverstärkt

Kurze Schaltungswege müssen in der Audiotechnik nicht unbedingt mit einem geringen Bauteilaufwand einhergehen. Der Vollverstärker Unico Primo des italienischen Herstellers Unison Research geht dabei einen ganz eigenen Weg.

 
Die Unico Reihe blickt schon auf einige Modelle zurück, die sich in der technischen Entwicklung unterscheiden. Unser Modell ist bereits mit einer Phonovorstufe für MM- und MC-System, die unmittelbar am Eingang platziert wurde, bestückt. Sie verfügt über Verstärkungsanpassungen sowie eine RIAA-Entzerrung, die für den Bass aktiv und für den Hochtonbereich passiv arbeitet.
 
Von außen betrachtet, erscheint der Primo in einem schwarzen, leicht gebürsteten Aluminiumgehäuse mit Stahlchassis und einer 15 Millimeter starken Frontplatte. Eine Fernbedienung wird mitgeliefert, auch weitere Geräte des Herstellers lassen sich mit ihr steuern, dabei liegt sie gut in der Hand.

 
Der Primo wird mit dem Anspruch „Class A“ beworben. Wenn man diese Vorgabe von seinen fünf RCA-Eingängen aus betrachtet, so kann der Signalpfad folgendermaßen beschrieben werden: Die Eingangswahl direkt nach den Buchsen übernimmt ein Drehschalter, der über eine Stange mit der Vorderseite des Verstärkers und dem dort befindlichen, voll massiven Drehknopf verbunden ist.
 
Danach läuft das Signal weiter über zwei Texas Instruments OPVs zur Impedanzanpassung vom Typ TL052. Dieser Typ ist etwas präziser in der Offsetgleichspannungsunterdrückung als die TL07x bzw. TL08x Reihen.

 
Schon an dieser Stelle ist der Schaltungsaufwand sorgfältig geplant und auffällig oft mit WIMA-MKS-Kondensatoren bestückt. Nun kommt das, was den Verstärker zum Hybriden macht: Eine Doppeltriode vom Typ 12AX7/ECC83, die sich wieder großer Beliebtheit erfreut. In den größeren Modellreihen werden meist zwei von ihnen verwendet.
 
Hiermit soll also der Klang mit Eigenschaften der Röhre beeinflusst werden. Nach dieser Stufe geht der Aufwand erst richtig los. Denn eine Menge von Kleinsignaltransistoren, darunter einige oft in der Audiobranche genutzte Modelle mit aufgesteckter Kühlfahne übernehmen filigrane Anpassungs- und Regelaufgaben.

 
Denn hier befinden sich jeweils die vier Darlington-Doppeltransistoren auf den riesigen Kühlkörpern. Jeweils zwei Sanken STD 03N und STD 03P pro Seite! Das begründet die hohe Stromverstärkung. Die Transistoren weisen Unterschiede zu anderen auf.
 
Sie besitzen zusätzlich integrierte Temperaturkompensationsdioden und sind deshalb mit vier Anschlüssen – nicht wie üblich mit Dreien bestückt. Das ermöglicht eine sehr schnelle und genaue Regelung der Ruhestromparameter. Mit dem Effekt, dass die Transistoren nicht so schnell die Kennlinie der linearen Verstärkung verlassen. Das heißt aber nicht, dass es keinen Gegenkopplungszweig zur Unterdrückung von Verzerrungen gibt.

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