Inception

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Die Welt menschlicher Träume

Sie sitzen just in diesem Augenblick vor Ihrem Computer und lesen sich einen Artikel über die Blu-ray Disc von „Inception“ durch. Aber sind Sie wirklich sicher, dass dies die Wirklichkeit ist, oder befinden Sie sich gerade in einer Traumrealität?

Die Philosophie sei den Philosophen überlassen, das steht außer Frage. Allerdings eignen sich diverse Motive aus dieser komplexen Überwissenschaft hervorragend, um sie sich für intelligente, überraschende Thriller auszuleihen und das Publikum stets mit interessanten Perspektiven auf die Welt zu überraschen, so wie es Christopher Nolan seit seinem abendfüllenden Debüt-Werk „Following“ praktiziert. Fragen wie „Auf welche Weise erlebt ein paranoider Mensch die Welt, wenn er ein defektes Kurzzeitgedächtnis besitzt?“ oder „Wo ist die Grenze zwischen Technik und Magie?“ werden spielerisch in Filmen wie „Memento“ oder „Prestige“ aufgegriffen, von allen Seiten betrachtet und mit einem solch überraschenden Knalleffekt wieder an den angestammten Platz gelegt, dass sich der Zuschauer kaum halten kann vor Freude, an diesem Zaubertrick teilgenommen zu haben.

Inception in Bildern

Traumgebilde

Christopher Nolans aktuelles Kunststück spielt in der Welt menschlicher Träume, der wohl abstraktesten und interessantesten Lokalität des ganzen Universums. Hier werden die Geschehnisse des Tages verarbeitet, sämtliche Defizite des persönlichen Alltags aufgezeigt … und Ideen gestohlen. Wenn Dom Cobb (Leonardo DiCaprio) auf Gedankenraub geht, setzt er Täuschungsmanöver und Tricks ein, die in der normalen Welt nicht funktionieren würden. Seine Opfer: Großindustrielle, die Cobbs illegaler Industriespionage für immer ein Ende setzen wollen. Ständig auf der Flucht bleibt ihm die Rückkehr nach Hause verwehrt. Um seinen größten Traum zu verwirklichen und endlich wieder seine Kinder in die Arme schließen zu können, geht er einen dubiosen Deal mit dem Geschäftsmann Saito (Ken Watanabe) ein.

Die Mission

Sollte Cobb die unmögliche Mission gelingen, eine Idee in den Geist des Konzern-Erben Robert Fischer (Cillian Murphy) zu verpflanzen, garantiert ihm Saito das mindestens ebenso unmögliche Recht, unbescholten zurückzukehren. Eine Idee, die die Kompanie von Saitos größtem Konkurrenten zerschlagen wird. Wie einst James Phelbes (Peter Graves) in der 1960er/70er-Jahre-Serie „Kobra, übernehmen Sie“ (im englischen Original: „Mission Impossible“) scharrt Cobb die weltbesten Traumexperten um sich, eine Elite-Einheit mit der er in den trainierten Geist der Zielperson eindringen und vorerst auf drei Traumstufen darin abtauchen will. Allerdings erweist sich ihr Opfer als nicht unvorbereitet und sie stoßen auf vehementen Widerstand innerhalb seines Geistes. Sorgfältig konstruiert Regisseur Nolan eine Traumebene nach der anderen. Zwei geniale Logikelemente helfen ihm bei der Entfaltung der Geschichte. Zum einen die Verknüpfung jedweder Ebene mit der darüber liegenden, was gewisse interessante Nebeneffekte mit sich bringt. So verursacht z. B. der Sturz ins Badewasser bei Cobb die Illusion, riesige Wassermengen brechen über seinen Traum herein, bevor er im zweiten Prolog erwacht. Interessant wird es, wenn sich dieser Effekt, wie eine Spur Domino-Steine auf alle nachfolgenden Ebenen auswirkt und dem Zuschauer eine Kettenreaktion besonderen Ausmaßes vorführt.

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