Inhalte statt Hardware

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Haben Blu-ray und Spielekonsolen bald ausgedient?

Haben die Blu-ray Disc und rechenstarke Spielkonsolen bald ausgedient? Schon jetzt können Sie hochaufl ösende Filme über das Internet auf verschiedenen Endgeräten abrufen und komplexe 3D-Spiele werden von leistungsstarken Servern berechnet und als steuerbarer Videostream übertragen. Die Zukunft der Unterhaltung hat also bereits begonnen, doch der Flachbilfernseher nimmt nach wie vor eine zentrale Rolle ein.

In diesen Zeiten des medialen Umbruchs positionieren sich vor allem Firmen wie Apple, Google und Microsoft ganz vorne im Wettrennen um das digitale Wohnzimmer, also jene Namen, die bislang im Computerbereich eine hohe Bekanntheit genießen. Dabei agiert das Trio als Wegbereiter in ein neues Entertainmentzeitalter und vor allem die gewinnbringende Verschmelzung von Fernsehund Internetinhalten spielt eine Schlüsselrolle.
 
 
Google will ins Wohnzimmer
 
Bereits im Jahr 2010 strebte der Internetriese nach einem festen Platz im Wohnzimmer, kam aber über die Grenzen von Nordamerika nicht hinaus, und selbst in den Vereinigten Staaten konnte der Service nur mit Einschränkungen genutzt werden. Im Grunde will das Unternehmen die Googletypische Suchzeile im TV-Programmkontext einbetten und Ihre Suchanfragen durchforsten neben dem Internet fortan auch die elektronische TV-Programmzeitschrift. In den USA stellten sich aber einige Programmanbieter quer und sperrten die Suchanfragen von Ihrem Angebot aus.
 
Die Wahrung von Urheberrechten bildet hier den Ausgangspunkt und Googles löblicher Ansatz der allumfassenden internetgestützten Suche ging nur eingeschränkt auf. Im September dieses Jahres soll Google TV nun nach Deutschland kommen und der Partner der ersten Stunden, Sony, ist immer noch mit an Bord. Zuerst soll der Internetplayer NSZ-GS7 für rund 200 Euro in den Handel kommen und jeden Flachbildfernseher, egal von welchem Hersteller, Google-TV-fähig machen. Im November soll dann der Blu-ray-Player NSZ-GP9 für rund 300 Euro folgen.

Google TV in der Praxis

Eingaben finden bei Googles Internetlösung mittels einer speziellen Fernbedienung statt, die auf der Vorderseite mit einem Touchpad ausge-
stattet ist. Damit können Sie z. B. einen Mauspfeil bequem auf dem Bildschirm steuern. Sonys Bluray-Player gehorcht sogar auf Sprachbefehle und erkennt Gesten. Auf Wunsch fungiert Ihr Smartphone in dieser Kette als Fernbedienung und nimmt Eingaben ebenfalls per Sprachkommando entgegen. Die Konnektivität ist damit aber noch nicht erschöpft: Spielen Sie auf dem mobilen Telefon einen Videoclip ab, können Sie die Darstellung mit nur einem Fingerwisch direkt zum Fernseher schicken. Den Dreh- und Angelpunkt bildet abermals die globale Suchzeile in Form des Chrome- Browsers und sollten sich die Programmanbieter hierzulande kooperativ verhalten, durchforsten Sie TV-Programme und Internetangebote gleichermaßen.
 
Dank der Bild-in-Bild-Funktion ist es zudem möglich, Internetseiten abzurufen und gleichzeitig das Fernsehprogramm zu verfolgen. Obendrein versteht sich Chrome auf die Darstellung von Flash-Inhalten. Die Anbindung an Google Play versorgt Sie mit Apps aus vielen Bereichen, speziell auf die Größe eines Fernsehbildschirms angepasste Anwendungen sollen aber erst später folgen. Letztlich soll es möglich sein, ganze Filme, Songs und sogar Bücher direkt mit dem Fernseher abzurufen. Zudem wird eine unterbrechungsfreie Unterhaltung angestrebt und es soll möglich sein, einen auf dem TV-Gerät angefangenen Film unterwegs auf dem Tablet zu Ende zuschauen. Auch die parallele Nutzung des Fernseh- und Smartphone bildschirms wird in Aussicht gestellt.

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