„ARD Retro“ bringt TV-Geschichte in die Mediathek – DDR-Inhalte inklusive

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Bild: SWR, © ARD
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Zur anstehenden Feier des audiovisuellen Kulturerbes stellen die ARD-Sender und das Deutsche Rundfunkarchiv Tausende zeitgeschichtlich relevante Videos frei zugänglich ins Netz (DIGITAL FERNSEHEN berichtete bereits im Juni). Neu: Auch der NDR will nun tausende Stunden Material beisteuern.

Im Fokus stehen regionale und aktuelle Fernsehproduktionen aus der Zeit vor 1966. Sie sind künftig unter dem Label ARD Retro in der ARD Mediathek zu finden. Die Videos sollen dann zeitlich unbegrenzt verfügbar sein.

Einblicke in die Nachrichten- und Magazin-Beiträge des DDR-Fernsehens gibt das „Retro Spezial DDR“. Möglich wird dies durch das Deutsche Rundfunkarchiv, eine Stiftung von ARD und Deutschlandradio, das über die Bestände des DDR-Fernsehens verfügt und zusammen mit den Rundfunkanstalten der ARD sein Archiv öffnet.

Ein Wiedersehen mit „alten Bekannten“

„Bei ARD Retro gibt es ein Wiedersehen mit der früheren Prominenz aus Politik, Kultur und Gesellschaft: Hier trifft man Helmut Schmidt, Konrad Adenauer, Hildegard Knef, Peter Alexander, Heinrich Böll, Günter Grass und viele andere in Interviews und Porträts ihrer Zeit“, sagt ARD-Vorsitzender Tom Buhrow. „Wir bringen Videos in die ARD Mediathek, die bislang in unseren Archiven schlummern, ohne dass die Menschen im Land sie sehen können. Ich freue mich vor allem auch darüber, dass wir zusammen mit dem Deutschen Rundfunkarchiv die Lebenswelt der DDR aus dieser Zeit ebenfalls abbilden können.“

Auch Deutschlandradio öffnet Archive

Analog zur Veröffentlichung in der ARD-Mediathek öffnet auch das Deutschlandradio seine Archive zunächst in der Dlf Audiothek App und stellt hier am 27. Oktober für eine Woche einen Themenband aus Fotos und Gesprächen mit verstorbenen Persönlichkeiten zur Verfügung. Unter dem Titel „Deutschlandradio Retro“ wird es in Zukunft auch Archivbeiträge im ARD-Archivportal geben.

ARD Retro speist sich unter anderem aus folgenden Sendungen:

  • BR: Abendschau 
  • HR: Abendschau, bzw. ab 1961 Hessenschau 
  • NDR: Nordschau 
  • Radio Bremen: Nordschau-Magazin 
  • rbb: Abendschau, Berliner Fenster 
  • SR: Abendschau 
  • SWR: Abendschau, Sport im Südwesten, Zeichen der Zeit u. a. 
  • WDR: Hier und heute 
  • DRA: Aktuelle Kamera (DFF), Prisma (DFF)

Rund 7.000 Beiträge stehen bereits jetzt dauerhaft in der ARD-Mediathek zur verfügung. Der SWR hatte bereits mit seinem im Herbst 2019 gestarteten Angebot „SWR Retro“ großes Interesse verbuchen können. Auch der BR kann laut Pressemitteilung der ARD mit seinem im Jahr 2015 begonnenen Projekt „BR24-Zeitreise“ bereits Nutzerzahlen im hohen zweistelligen Millionenbereich verzeichnen. Im Gleichschritt mit der ARD stellt nun auch der Norddeutsche Rundfunk ab dem 27. Oktober schrittweise etwa 3000 Sendungen und Beiträge zur freien Verfügung.

Bildquelle:

  • swr-retro: ARD/SWR

8 Kommentare im Forum

  1. Ein Retrokanal, wie das unnötigerweise eingestampfte ZDF Kultur, wäre mir lieber. Die Abendschauschnipsel wären dann eine nette Ergänzung.
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