Gutschein-Initiative für Satelliteninternet: Eutelsat bald bei 100 Prozent Abdeckung

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Eutelsat konnect
© Eutelsat
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Satelliten-Betreiber Eutelsat steht nach eigenen Angaben bereit für die Gutschein-Initiative von Bundesverkehrsminister Scheuer (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).

Der gestern von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorgeschlagene Gutschein in Höhe von 500 Euro für Internetdienste via Satellit für Haushalte mit schlechten Breitbandanbindungen wird von Eutelsat ausdrücklich als zukunftsorientierter Vorschlag begrüßt. Der führende europäische Satellitenbetreiber hat erst kürzlich mit Eutelsat Konnect einen Satelliten der neuen Generation in den Betrieb genommen, um Einzelpersonen, Haushalten, kleinen Unternehmen, Schulen und anderen Institutionen an mit schnellem Internet unterversorgten Standorten mit dem neuen Hochgeschwindigkeitsdienst konnect eine Internetperspektive gegeben. Dieser neue Dienst bietet bis zu 100 Mbit/s schnelles Internet und wird aktuell schrittweise im deutschen Markt eingeführt.

„Wir stehen für Deutschland mit unserem neuen Satelliten bereit. Unser Satelliteninternet der neuen Generation ist eine sofort verfügbare Lösung für sehr viele Menschen, die in diesen schwierigen Zeiten auf Homeoffice und Homeschooling angewiesen sind, aber an ihrem Wohnort teilweise aus unterschiedlichsten Gründen noch sehr viele Jahre auf glasfaserbasierte Anschlüsse warten müssen. Deutschland würde mit dem Gutschein anderen europäischen Ländern wie etwa Frankreich, Großbritannien und Spanien folgen, die damit sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Der Gutschein unterstützt dort Nutzer von Satelliteninternet überwiegend in ländlichen Regionen mit schlechten Internetanbindungen bei der Anschaffung von Systemen und der Installation“, sagte Andrew Walwyn, CEO Konnect, einer Geschäftseinheit von Eutelsat.

Eutelsat begrüßt Gutschein-Initiative: Vermarktung von konnect-Angebot erst kürzlich begonnen

Die von Eutelsat angebotenen neuen Satellitensysteme und konnect-Dienste sowie die monatlichen Tarife sind längst mit Festnetz und Mobilfunkanschlüssen vergleichbar. Eutelsat hat in Deutschland vor einigen Wochen mit deren Vermarktung begonnen. Angeboten werden drei Dienste für unterschiedliche Kundenbedürfnisse. Mit konnect Easy erhalten Nutzer einen 30 Mbit/s schnellen Internetdienst für bereits unter 30 EURO im Monat. Der 50 Mbit/s Dienst konnect Zen kostet monatlich rund 45 Euro und den Hochleistungsdienst konnect Max mit 100 Mbit/s gibt es für 70 Euro. Besonderes Kennzeichen aller drei Dienste ist, dass diese im Vergleich zu den allermeisten Internetzugängen in Deutschland via Mobilfunk keine Beschränkungen oder massiven Drosselungen beim Datenvolumen haben.

Der Anbieter nimmt Ende Januar auf seinem Satelliten Eutelsat Konnect den nächsten Beam für Deutschland in Betrieb und kann dann bereits 92 Prozent der Fläche abdecken. 100-Prozent-Flächendeckung ist ab Ende März 2021 mit einem weiteren Beam gegeben. Weitere Informationen zu den konnect-Diensten finden sich im Internet.

Quelle: Eutelsat

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  • Konnect_HD_Eutelsat: © Eutelsat

19 Kommentare im Forum

  1. Solche Vorschläge können nur von Politikern kommen. Wer schon einmal die Latenzfreuden einer geostationären Satelliten Verbindung genießen durfte, weiß was ich meine. Jegliche Nutzung für Telefonie, Home-Office etc ist bei Signallaufzeiten von rund EINER Sekunde ein zweifelhaftes Vergnügen. Für Onlinegaming komplett unbrauchbar. Werbeversprechen mit "unbegrenztem" Datenvolumen, aber in der Rushhour eine Drosselung auf DSL Light Niveau. Das Eutelsat jetzt ganz laut Hier schreit um noch etwas vom Kuchen abzugreifen, ist logisch. Der Breitbandausbau mittels Vectoring, Glasfaser, Kabel und 4G ist inzwischen so weit fortgeschritten, das Internet via Sat nur noch ein Nischenprodukt ist, das kaum noch nachgefragt wird. In einigen Jahren wird es in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Zumindest das geostationäre System von Eutelsat und Astra. Musk seinem Starlink räume ich da bessere Überlebenschancen ein.
  2. Internet per Satellit würde ich auch nur dann nehmen, wenn gar nix anderes mehr geht. Und bestimmt hat Minister Scheuer noch nie eine Videokonferenz über Satelliteninternet geführt. Aber wo ist denn eigentlich die besagte Technikneutralität? Warum werden nur Satellitenzugänge mit 500 Euro bezuschusst? Lässt man sein Haus ans Glasfasernetz, Kabelnetz oder Telefonnetz anschließen, so kostet der Erstanschluss auch meist mehr als 500 Euro. Dafür gibt's keinen Gutschein...
  3. Die Versorgung mit Telefon muss ohnehin auf terrestrischem Weg erfolgen, notfalls per GSM. Es besteht in Deutschland für Wohngebäude ein Versorgungsanspruch was Telefonie betrifft, jedoch besteht kein Rechtsanspruch auf eine Versorgung mit Breitbandinternet. Mit Telefonleitungen über die Telefongespräche übertragen werden können sind auch 384 kbit/s Datenübertragung möglich, jedenfalls in 99% aller Fälle.
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