Sky-Mann hat Finger im Spiel: Ostsport.tv ersetzt MDR in Regionalliga

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Fußball Bild: © Maxisport - Fotolia.com
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Der Nordostdeutsche Fußball-Verband NOFV hat einen Vertrag mit Ostsport.TV über vier Jahre unterzeichnet. Ganz raus sind RBB und MDR dadurch aber noch nicht. Ein Sky-Reporter hat auch seine Finger im Spiel.

Frei abrufbare Spielzusammenfassungen und Livestreams ausgewählter Spiele: Der Nordostdeutsche Fußballverband hat mit der Ostsport.TV GmbH einen Rechte- und Produktionsvertrag für die Regionalliga Nordost über einen Zeitraum von vier Jahren abgeschlossen. Ostsport.TV wird in diesem Zeitraum alle Meisterschaftsspiele produzieren. Ende Januar wurden Gerüchte laut, dass der MDR den Vertrag für Regionalliga Nordost nicht verlängern könnte (DIGITAL FERNSEHEN berichtete)

Sky-Reporter Heiko Mallwitz hat als Mediendirektor bei dem neu gegründeten beim Einfädeln des Deals tatkräftig mitgewirkt. Gegenüber des Chemie-Leipzig-Blogs „chemischeselement.de“ gab er zu Protokoll: „Wir hatten die fixe Idee: Wenn der MDR aufhört, warum machen wir das nicht selbst? Anfangs war das nur eine Spinnerei […]. Nach ersten Gesprächen mit dem Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) haben wir gemerkt, das könnte funktionieren.“

MDR und RBB sind alles andere als raus

Man winkt auch schon einmal mit dem Zaunpfahl in Richtung RBB und MDR: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenz zum Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk, sondern als Partner. Wir sind sehr daran interessiert, dass MDR und RBB unsere Produktionen ins Programm nehmen. Die Bilder können live und als Zusammenfassungen auch in den Sportsendungen der Dritten Programme gezeigt werden.“ Die Öffentlich-Rechtlichen sind für Ostsport.TV aber natürlich nicht die einzigen Ansprechpartner. Mallwitz betont in dem Interview, dass wenn beispielsweise ein Traditionsduell wie das Leipziger Stadtderby zwischen Lok und Chemie ansteht, „das auch bei Sport1 oder RTL Nitro laufen“ könnte.

In einem Youtube-Clip stellt sich das neue Unternehmen schon einmal vor:

Das ganze Interview von „chemischeselement.de“ mit Heiko Mallwitz ist hier zu lesen.

Ostsport.TV ist durch Mallwitz und den Berliner Rechtsanwalt Robert Karehnke gegründet worden, der auch Geschäftsführer ist und in einer NOFV-Mitteilung ins Detail geht: „Uns ist wichtig, dass der Fan alles frei empfangen kann. Wir wollen keine Bezahlschranken aufbauen. […] Am Ende soll es für alle mehr geben – für die Fans, die Vereine, die Partner des NOFV.“

Regionalliga Nordost bei Ostsport.TV nicht hinter Bezahlschranke

Der NOFV bedankte sich in der Mitteilung aus der letzten Woche beim MDR für die bisherige jahrzehntelange sehr gute Zusammenarbeit. Dort ist man natürlich auch weiterhin an der TV-Präsenz und der damit verbundenen Reichweite interessiert. So heißt es denn auch weiter, dass man sich beim NOFV „auf eine weitere Berichterstattung von der Regionalliga Nordost unter anderem im MDR freue“. Jedoch mit dem Verweis versehen, dass dies „unter neuen Voraussetzungen und Bedingungen“ geschehen müsste.

NOFV-Präsident Hermann Winkler über den Deal mit Ostsport.TV: „Wir sind froh, in schwierigen Zeiten einen Vertrag geschlossen zu haben, mit dem unsere Regionalliga in noch nie da gewesenem Umfang produziert wird. Damit erhält die Liga eine öffentliche Wahrnehmung, die der hohen sportlichen Qualität und der Tradition der Vereine entspricht.“

Der Firmensitz von Ostsport.TV befindet sich in Magdeburg. Karehnke: „Wir haben mit Magdeburg einen optimalen Standort gefunden, an dem wir in den nächsten Monaten die notwendigen Strukturen aufbauen.“ Ab der nächsten Saison soll es dann los gehen mit der neuen Plattform. Die aktuelle Spielzeit der Regionalliga Nordost wird Corona-bedingt nicht wieder aufgenommen.

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1 Kommentare im Forum

  1. Als ob der RBB jemals groß Regionalliga Spiele gezeigt hätte. Der MDR dagegen, machte das bis jetzt immer sehr gut. Naja, wer weiß wann die überhaupt wieder übertragen, Saison wurde ja gerade abgebrochen.
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