Dokumentarfilme statt „Gottschalk Live“ in der ARD-Todeszone?

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Bild: Destina - Fotolia.com
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Nach der Bavaria Film, die Krimiserien im Vorabendprogramm für eine gute Alternative zur quotenschwachen Vorabendshow „Gottschalk live“ hält, wollen nun auch Deutschlands Dokumentarfilmer den Sendeplatz des früheren „Wetten, dass..?“-Moderators übernehmen.

Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK), ein Zusammenschluss von mehr als 860 Autoren, Regisseuren und Produzenten, will statt Thomas Gottschalk auf dem Sendeplatz werktags um 19.20 Uhr lieber dokumentarische Produktionen sehen. Das teilte die AG Programmdirektor Volker Herres in einem am Donnerstag veröffentlichten Offenen Brief mit. Bereits am Montag hatte Matthias Esche, Chef der Münchner Bavaria Film, der ARD vorgeschlagen, statt „Gottschalk live“ fiktionale serielle Programme zu zeigen (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).

„Wir lassen Sie in der sogenannten Todeszone vor 20 Uhr nicht allein“, schrieb die AG DOK ARD-Programmdirektor Herres. Die ARD solle statt Gottschalk ein tägliches dokumentarisches Format unter dem Titel „Mein aufregendstes Erlebnis“ ausstrahlen. Die Dokumentarfilmer sind überzeugt, dass sich der Marktanteil von „Gottschalk live“ damit bequem übertreffen lasse. 
 
Damit geht ein schlitzohriger Finanzierungsvorschlag einher, mit dem der öffentlich-rechtlichen Sender sogar den einen oder anderen Euro sparen könnte: „Für jede Sendung unter fünf Prozent Sehbeteiligung brauchen Sie nur 50 Prozent der Herstellungskosten zu tragen – für jeden Marktanteil über fünf Prozent zahlen Sie das gleiche wie für eine ‚Gottschalk Live‘-Sendung“, schlug die Arbeitsgemeinschaft in ihrem Schreiben an Herres vor.
 
Die ARD bekomme auf diese Weise, so die AG DOK weiter, „wiederholungsfähige Programmware“, werde den Makel los, den Dokumentarfilm schlecht zu behandeln und erfülle ganz nebenbei sogar Ihren Programmauftrag. Auch Bavaria-Film-Chef Esche hatte in seinem Angebot darauf hingewiesen, dass es sich bei fiktionalen Serien um „wiederholungsfähige“ Programme halte, die beispielsweise auch in den Dritten Programmen der ARD ausgestrahlt werden könnten.
 
Nach Thomas Gottschalks Abschied vom ZDF-Showklassiker „Wetten, dass..?“ ist der 61-Jährige seit dem 23. Januar vier Mal die Woche bei der ARD im Vorabendprogramm aktiv.  Nach einem gelungenen Einstand mit insgesamt 4,34 Millionen Neugierigen, gingen die Zuschauerzahlen permanent zurück. Momentan erreicht die Show einen durchschnittlichen Marktanteil von 3,5 Prozent bis 5,5 Prozent. [ar/dpa]

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22 Kommentare im Forum

  1. AW: Dokumentarfilme statt "Gottschalk Live" in der ARD-Todeszone? Mal ne dumme Frage: Was würde denn passieren wenn von 18-20Uhr keiner Das Erste guckt?
  2. AW: Dokumentarfilme statt "Gottschalk Live" in der ARD-Todeszone? Dann kommen die ersten und schreien "welchen Sinn hat das erste dann noch blablablabl" . Dokus finde ich persönlich am besten während dieser Zeit. Die müssen nicht großartig geguckt werden.
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