„Bemerkenswerte Erfolge beim digitalen Umbau der ARD“

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Junge Zuschauer findet man mit Blick auf die TV-Quoten weniger bei den Öffentlich-Rechtlichen als bei den Privatsendern. Doch im Internet hängen ARD und ZDF vor allem im Bereich Social Media die Konkurrenz ab. Warum das so ist, erfragte DIGITAL FERNSEHEN bei Birand Bingül, Leiter der ARD-Kommunikation.

Herr Bingül, im Social Media Bereich erzielt die ARD nach DF-Recherchen offenbar sehr hohe Reichweiten. Können Sie unseren Lesern die Nutzung auf soziale Netzwerke, Internet-Plattformen und Apps genauer aufschlüsseln?

© WDR/Klaus Görgen

Birand Bingül: Das Wichtigste ist: Wir sind mit unseren Inhalten da, wo die Menschen unterwegs sind. Wenn die ARD 6,6 Milliarden Views bei Youtube und Facebook erzielt, ist das ein harter Beleg für eine sehr erfreuliche Entwicklung:  Wir gehören zum Alltag der allermeisten Menschen, linear und non-linear. Das Publikum sucht und findet unsere Angebote auch in den Sozialen Netzen. Dass darunter auch viele jüngere Menschen sind, darf man aus anderen Studien ableiten, wir haben es aber in diesem Fall nicht erhoben.

Das wäre mehr als alle deutschen Privatsender, das ZDF sowie die Springer Presse im Social Media Bereich zusammen genommen. Wie ordnen Sie das ein?

Wir wissen das einzuordnen. Aber wir wollen auf uns schauen. Die Zahlen belegen, dass wir mit dem digitalem Umbau der ARD ein ganzes Stück vorangekommen sind und bemerkenswerte Erfolge verbuchen können. Die Basis dafür ist unsere regionale Nähe. Kein anderes Medium ist mit seinen Reporterinnen und Reportern so vor Ort wie die ARD. Wir sind Nachbarn, die auch mal kritisch sind, aber wir sind gleich nebenan. Das spiegelt sich in unseren Angeboten wider.

Natürlich sind Tagesschau und Sportschau stark, aber dazu haben wir eben erhebliche Reichweiten mit regionalen Angeboten. 

Wie wurden diese Daten genau ermittelt?

Die Medienforschung des WDR hat bei allen Landesrundfunkanstalten die Zahlen für 2019 abgefragt und kumuliert. Die Sender wiederum haben dabei auf für das Social Web etablierte Auswertungs- und Analysetools zurückgegriffen. Wir haben also nicht selbst erhoben, sondern von Dritten gemessene Daten abgerufen. Es sind harte Zahlen, die in der Branche anerkannt sind.

Können Sie genau beziffern, in welcher Altersstufe wie hoch die Nutzung der ARD insgesamt ist?

Anhand dieser konkreter Zahlen lässt sich das nicht beziffern, weil es sich um reine Abrufzahlen handelt. Natürlich liegt es nahe, dass wir dort auch und gerade die Jüngeren erreichen. Einen Anhaltspunkt bietet die ARD-Akzeptanzstudie, die wir in 2018 durchgeführt haben. Demnach erreicht die ARD als Senderverbund via Facebook und Youtube täglich fast jeden Fünften der 14- bis 24-Jährigen. Innerhalb einer Woche sind es noch einmal mehr – über diesen Zeitraum erreichen wir fast jeden Dritten.

Wie hoch ist der Anteil der Kinderkanal-Nutzung bei der jüngeren Zielgruppe?

Über den Kika-Player und die „Kikaninchen“-App gehen wir (Stand Dezember 2019) auf die 1,5-Millionen-Marke zu, die Online-Angebote generieren monatlich bis zu 5 Millionen Visits – linear ist Kika Marktführer und im Image-Ranking auf Platz Nr. 1. 

Wie hoch ist denn der Anteil der Kinder und Jugendlichen insgesamt bei der ARD-Nutzung und wie kann man das auf ARD-Informationsquellen aufschlüsseln?

Auch hier der Verweis auf die ARD-Akzeptanzstudie: Demnach erreicht der ARD-Medienverbund täglich gut 60 % der 14- bis 24-Jährigen (TV, Radio, Online, Youtube und Facebook). Innerhalb einer Woche sind es sogar fast 90 Prozent der Jugendlichen.

Welche Quote hat mittlerweile die Tagesschau um 20 Uhr in Deutschland?

Die „Tagesschau“ um 20 Uhr war auch im Jahr 2019 die erfolgreichste Nachrichtensendung in Deutschland. Täglich schalten fast 10 Mio. Zuschauer ein, das ist ein Marktanteil von 35,5 Prozent inklusive Dritte Programme, ARD-alpha, TS24, 3sat und Phoenix. Bei den jüngeren Zuschauern (14-49 Jahre) sind es 1,63 Mio. Zuschauer.

Welches ist die meistgesehene, -gehörte oder -aufgerufene Informationsquelle innerhalb der ARD und wie ist dort der Altersdurchschnitt?

Im Fernsehen ist das die Tagesschau. Dort liegen wir im linearen TV für das Jahr 2019 bei durchschnittlich 64 Jahren. Das Durchschnittsalter von tagesschau.de und der Tageschau App liegt (in Norddeutschland) bei Anfang 40 Jahren. Im Social Web liegen Sportschau und Tagesschau vorne, was die Abrufzahlen angeht. Die ARD-Radioprogramme senden mindestens stündlich Nachrichten und erreichen so bundesweit täglich 36,70 Millionen Personen, das sind 52 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland (Quelle: ma 2019 II).

Vielen Dank für das Gespräch

Bildquelle:

  • ARD_WDR_Birand_Binguel: © WDR/Klaus Görgen
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