Bose: Millionenstrafe wegen illegaler Preisbindung

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Bose, Campus; © F. Pötzsch
© F. Pötzsch
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Das Bundeskartellamt hat gegen die Bose GmbH eine Geldbuße in Höhe von insgesamt knapp 7 Mio. Euro wegen vertikaler Preisbindung verhängt.

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Der Hersteller produziert und vertreibt Geräte im Bereich der Unterhaltungselektronik. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf dem Vertrieb von Audioprodukten, insbesondere Lautsprechern und Kopfhörern. Eingeleitet wurde das Verfahren im Zusammenhang mit einem Amtshilfeersuchen der österreichischen Wettbewerbsbehörde und einer Durchsuchungsaktion im März 2018.

Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, äußerte sich laut einer Pressemitteilung der Institution vom heutigen Donnerstag: „Wir werfen der Bose GmbH vor, über Jahre hinweg die freie Preisbildung bei dem Vertrieb ihrer Audioprodukte durch beteiligte Vertragshändler eingeschränkt zu haben. Das Unternehmen hat darauf hingewirkt, dass etwa Kopfhörer oder Lautsprecher nicht erheblich unterhalb der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) angeboten werden. Das geht zu Lasten des Preiswettbewerbs und grundsätzlich zu Lasten der Verbraucherinnen und Verbraucher. Der Fall steht in einer Reihe mit Bußgeldern, die wir in jüngster Vergangenheit gegen Hersteller von Musikinstrumenten und Schulranzen verhängt haben. Die Botschaft ist klar: Vertikale Preisbindung wird nicht toleriert und konsequent verfolgt.“

Bose nimmt Einfluss auf Verkaufspreise

Mitarbeiter von Bose haben neben den üblichen Verhandlungen über Einkaufspreise mit den betroffenen Vertragshändlern laut Bundeskartellamt auch Abstimmungsmaßnahmen über Verkaufspreise getroffen. Diese Abstimmungen bezogen sich grundsätzlich auf eine Anhebung der Verkaufspreise, teilweise wurden diese auch konkret vereinbart. Hierdurch sollte verhindert werden, dass die Verkaufspreise der Vertragshändler – aus Sicht von Bose – zu sehr von den unverbindlichen Preisempfehlungen abwichen. Dies wurde von Bose-Mitarbeitern kontrolliert. Bei Abweichungen kam es wiederholt zu Interventionen von Bose und die angesprochenen Händler stellten das beanstandete Verhalten teilweise ab.

Händler verpfiffen sich gegenseitig

Die betroffenen Händler unterstützten dies dadurch, dass sie sich bei Bose über (zu) niedrige Verkaufspreise anderer Vertragshändler beschwerten.Bei der Bußgeldfestsetzung wurde berücksichtigt, dass Bose mit dem Bundeskartellamt umfassend kooperiert hat und das Verfahren im Wege der einvernehmlichen Verfahrensbeendigung (sog. Settlement) abgeschlossen werden konnte. Der Bußgeldbescheid ist rechtskräftig. Gegen die beteiligten Händler und gegen die für Bose handelnden Personen sind keine Bußgeldbescheide ergangen.

Quelle: Bundeskartellamt

Bildquelle:

  • Bose-Campus-Framingham: © F. Pötzsch
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10 Kommentare im Forum

  1. Diese Preisbindung gibt es in der UE Branche doch schon seit Jahrzehnten. Das gleiche findet noch immer bei den Herstellern für die Kettenhändler statt und nennt sich exklusiv Geräte.... Bose ist und war für diese Handeln in der Branche schon seit Jahrzehnten bekannt für die Politik. Mag auch immer noch bei vielen US Unternehmen in dieser Branche so sein...
  2. Ich weiß es nicht warum das nur ein US Phänomen sein soll. Tagtäglich kommt es vor, dass Möbelunternehmen mit %en werben *ausgenommen Produkte der Marken yx... Wenn da mal nicht eine verbotene Absprache/Vorgabe ist! Was wäre wenn ein Händler einen Metz TV 500,- unter UVP bewirbt?? In Kürze würde sich der Metzvertreter melden. Oder, zufällig würden die nächsten Belieferungen deutlich länger dauern als bisher. Im Übrigen, ein Email an den Händler mit der Info über den UVP ist spätestens bei der Wiederholung ein Tatbestand der illegalen Preisgebung! Da muss noch nicht mal der Hinweis stehen: wir würden darum bitten ihren VK zu überdenken, bitte zeichnen sie das Produkt xxx aus.
  3. @everist Stimmt Metz war da auch Jahrzente dabei, inklusive wie Bose das man als Händler "Mindesabnehmen" musste obwohl das Lager noch voll waren.... Naja, man sieht ja an Bose und Metz wohin es einen Hersteller treiben kann.... Bose verkauft sich also nicht mehr Premium und wird verramscht. Metz lebt dankt Fernost .... Die Zeiten des Wohlstands dort sind eben vorbei in der UE Branche
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