Ex-MDR-Intendant Udo Reiter wird offiziell aus Amt verabschiedet

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Der im Oktober vorzeitig aus dem Amt geschiedene ehemalige Intendant des MDR, Udo Reiter, wird am heutigen Montag offiziell verabschiedet. Reiter war mehr als 20 Jahre als Intendant tätig, die letzten Monate seiner Amtszeit waren allerdings turbulent.

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Zur feierlichen Verabschiedung des langjährigen MDR-Intendantin in Leipzig hat seine Amtsnachfolgerin Karola Wille unter anderem Sachsen-Anhalts Ministerpräsidenten Reiner Haseloff (CDU) sowie die ARD-Vorsitzende und WDR-Intendantin Monika Piel eingeladen. Reiter hatte im Mai seinen überraschenden Amtsrücktritt angekündigt. Er selbst sagte damals: „Ich gehe lieber, solange man das noch bedauert. Ein öffentlich-rechtlicher Dinosaurier muss ich nicht werden“. Doch die darauffolgenden Monate waren bitter. Ein Skandal folgte dem anderen, am Schluss schien ihm die Anstalt zu entgleiten.

Das 20. Jahr im Amt brachte dem Gründungsintendanten kein Glück. Erstwurde eine festliche Gala zum Sender-Jubiläum wegen des Millionenbetrugsbeim ARD/ZDF-Kinderkanal abgesagt. Dann entließ der SenderUnterhaltungschef Udo Foht, der mit hohen Geldbeträgen jonglierte.Mitglieder des MDR-Fernsehballetts tanzten auf einer Geburtstagsparty inTschetschenien für Machthaber Ramsan Kadyrow. Und bei der Regelung derNachfolge an der Senderspitze gab es einen beispiellosen Machtkampf, biswenige Tage vor Reiters Abschied Karola Wille als Intendantin gewähltwurde.
 
Diese Vorfälle trafen Reiter schwer. Er ließ seine Mitarbeiter ander langen Leine, enge Kontrolle war nicht sein Führungsstil. Am Schlusswar Reiter erleichtert und gratulierte seiner Nachfolgerin gut gelaunt.“Ich bin sicher, dass ich der richtige Mann für den Aufbau des Senderswar. Ich bin aber genau so sicher, dass Frau Wille heute die Richtigeist“, sagte er.
 
Seine Karriere begann er beim Bayerischen Rundfunk. Dort galt er beivielen als Statthalter der CSU, Reiter betont aber: „Das war ich nicht.Ich bin in keiner Partei und schätze meine Unabhängigkeit“. Eines Tageswurde der damalige Hörfunkdirektor gefragt, ob er Intendant des neugegründeten MDR werden wolle. Bedingung sei aber, er müsse sichinnerhalb von zehn Minuten entscheiden. „Das fiel mir nicht schwer“,erzählte er einmal.
 
Reiter wurde in Lindau am Bodensee geboren. Er hatte die Aufnahme zurPilotenausbildung bei der Lufthansa bestanden, als er 1966 mit dem Autoauf Glatteis ins Rutschen kam und aus dem Wagen geschleudert wurde. „Anden Unfall selbst kann ich mich nicht erinnern, aber angeschnallt warman damals ja nicht“. Reiter ist seither auf einen Rollstuhl angewiesen.Er stürzte damals als 22-Jähriger in ein Tief und ging dann ohne großeBegeisterung zum Bayerischen Rundfunk, wo er eine steile Karrieremachte. [rh, Rolf Westermann]

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