Raab verbietet Joyn Durchführung von Live-Event

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Bild: © dianaduda - Fotolia.com
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TV-Macher und Ex-Entertainer Stefan Raab hat seinen Einfluss auch aus der Frührente heraus mal wieder geltend gemacht und Joyn offenbar ein Show-Konzept untersagt, das einer seiner Sendungen zu ähnlich schien.

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So verkündet der Streamingdienst aus dem Hause ProSiebenSat.1 am Freitag kleinlaut: „Das für den 29. Dezember 2022 als ‚Kick auf Eis‘ angekündigte Live-Event wird aus lizenzrechtlichen Gründen von MediaTotal in dieser Form nicht ausgerichtet. Joyn respektiert dabei die IP des Raab TV-Formats ‚Deutscher Eisfußball Pokal‘. Das Live-Event am 29. Dezember 2022 wird nun rund um Streamer Trymacs neu aufgesetzt – inklusive neuem Spielprinzip und Titel. Dies kann Auswirkungen auf mögliche Teilnehmende haben. Fans können sich weiterhin auf spannende Spiele mit bekannten Social-Media-Stars in außergewöhnlichem Setting live aus der Kölner Lanxess-Arena freuen.

Es verwundert dabei schon ein wenig, dass Raab und sein ehemaliger, langjähriger Arbeitgeber scheinbar bei so etwas irrelevantem wie dem Fall „Kick auf Eis“ vs. „Deutscher Eisfußball Pokal“ nicht zueinander finden können. Augenscheinlich verlangt der TV-Macher (finanzielle?) Gegenleistungen, wenn sich das Senderhaus an seinen alten Ideen vergreift. So weit, so nachvollziehbar.

Raab vs. alter Arbeitgeber

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Müssen umdisponieren: Showrunner bei Joyn. © obs/Joyn

Das dabei aber keine Lösung gefunden werden kann, ist das, was den neutralen Beobachter dabei irritiert. Im Umkehrschluss bedeutet die nun erfolgte, sehr kurzfristige Absage/Umkonzipierung ja, dass entweder Joyn blindlings gedacht hat, man könnte Abkupfern ohne dafür zur Kasse gebeten zu werden, oder dass Raab Mondpreise für eine seiner weniger interessanten Ideen verlangt hat. Beides mutet irgendwie befremdlich an.

Hatte ProSieben doch erst kürzlich die Wok-WM von Raab wiederbelebt. Zudem befindet man sich offenbar aktuell auch in Verhandlungen über einen Ausbau der gemeinsamen Grand-Prix-Alternative „FreeESC„.

Etwas ungläubig staunend zurück bleiben dabei die Außenstehenden, die durch die Absage vielleicht zum ersten Mal überhaupt von dem geplanten Joyn-Event Notiz genommen haben. Denn eins ist sicher: Auch wenn der „Deutsche Eisfußball Pokal“ im Schatten von anderen Raab-Erfolgsshows stehen mag, so haben ihn mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit doch Millionen Zuschauer mehr verfolgt, als der „Kick auf Eis“ von Joyn je hätte erreichen können. Aber dies sei einfach nur mal dahin gestellt.

Lesen Sie bei Interesse ebenfalls den DIGITAL FERNSEHEN-Artikel: Plant Stefan Raab ein neues TV-Konzept mit ProSieben?

Bildquelle:

  • DF_joyn: obs/Joyn
  • Gesetz-Recht-Hammer-Gericht: © dianaduda - Fotolia.com
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8 Kommentare im Forum

  1. Oder auch für "intellectual property" = geistiges Eigentum. Warum man das so schreiben musste, naja, darüber können wir nun streiten.
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