Sport: Gibt die ARD Boxen auf?

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Bild: © Phongphan Supphakank - Fotolia.com
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Box-Kämpfe in der ARD könnten schon bald der Vergangenheit angehören. In den Führungsgremien des Senders gibt es offenbar hitzige Diskussionen, ob man weiter in Boxen investieren soll. Einige Rundfunkräte fordern den generellen Ausstieg.

Der Box-Sport bleibt innerhalb der ARD weiter ein heißes Eisen. Nachdem es bereits in der Vergangenheit immer wieder teils hitzige Diskussionen um die Übertragungen gegeben hat, scheint die Zukunft der Kampfsportart bei dem öffentlich-rechtlichen Sender nun erneut auf der Kippe zu stehen. Denn wie die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, machen sich einige Rundfunkräte derzeit wieder dafür stark, Boxen generell aus dem ARD-Programm zu verbannen. Treibende Kraft soll dabei laut dem Blatt Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrates, sein, die künftig kein Geld mehr für die Rechte ausgeben will.

Konkreter Streitpunkt ist dabei einmal mehr der Vertrag mit dem Berliner Boxstall Sauerland, bei dem unter anderem Arthur Abraham oder auch Alexander Powetkin unter Vertrag sind. Die ARD zahlt derzeit etwa 15 Millionen Euro im Jahr, um die attraktiven Kämpfe des Veranstalters live im Fernsehen übertragen zu können. Doch der Deal mit Sauerland läuft Ende des Jahres aus und geht es nach Hieronymi und anderen Kritikern ist danach auch endgültig Schluss mit Boxen bei der ARD.
 
Seine ablehnende Haltung beim Thema Boxen hatte der WDR bereits bei Vertragsabschluss mit Sauerland zum Ausdruck gebracht. Ursprünglich war die ARD 2011 bereit, 54 Millionen Euro für drei Jahre auf den Tisch zu legen. Zehn bis zwölf Kämpfe sollten damit im Programm des öffentlich-rechtlichen Senders laufen. Doch einigen Aufsichtsratsmitgliedern ging das damals zu weit. Neben dem WDR verweigerten auch die Rundfunkräte des SWR und des NDR die dringend benötigte Zustimmung, ohne die der Vertrag nicht unter Dach und Fach gebracht werden konnte. Letztlich einigte man sich im März 2012 auf eine abgespeckte Version mit einem Volumen von 30 Millionen Euro und entsprechend weniger Kämpfen. Zudem sollte der Deal nur zwei Jahre laufen.
 
Die Programm-Chefs der ARD dürften die neuerlichen Bestrebungen, Boxen zu verbannen, keineswegs freuen. Denn für sie sind die Kämpfe vor allem eines: feste Quotengaranten. Die Übertragungen bescheren dem öffentlich-rechtlichen Sender regelmäßig beste Zuschauerzahlen, was letztlich auch bestätigt, dass das Interesse am Boxen bei den Zuschauern vorhanden ist. Fraglich ist nur, ob dieses Interesse ausreicht, um den Kämpfen auch über 2014 hinaus einen sicheren Platz im ARD-Programm zu sichern. [fm]

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21 Kommentare im Forum

  1. AW: Sport: Gibt die ARD Boxen auf? Genau so ist es und dafür wird betrogen was das Zeug hält, ich habe mir früher einmal gern die Boxkämpfe angeschaut aber was heutzutage dort abgeht hat nichts mehr mit Leistung zu tun, dagegen sind die Finanz-Eskapaden eines Ulli Hoeneß pillepalle...ganz zu schweigen von dem Werbewahnsinn bei den privaten Sendern.
  2. AW: Sport: Gibt die ARD Boxen auf? Nein, das glaube ich überhaupt nicht. Ohne Boxen ein Ton. Das ruiniert doch jede Übertragung!
  3. AW: Sport: Gibt die ARD Boxen auf? Hallenhalma ist ja auch eher mit der Zielgruppe der ÖRs kompatibel… Und bei solchen Gedankengängen wundert man sich, wieso die Idee eines "Jugendsenders" nichts werden kann – Programm macht man nicht danach, um seine persönlichen Moralvorstellungen zu präsentieren, sondern um Zuschauer zu gewinnen.
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