Nach Leichtathletik-WM-Aus: ARD hat bei Boxen Spendierhosen an

04.03.2011, 14:07 Uhr, js

Die ARD will sich den Abschluss neuerlicher Übertragungsrechte für Boxkämpfe 54 Millionen Euro kosten lassen. Das will das Nachrichtenmagazin "Spiegel" unter Berufung auf eine Beschlussvorlage des MDR-Rundfunkrats erfahren haben.


Es handele sich mit Blick auf jüngere Zuschauer um ein gutes Ergebnis für die ARD, zitierte die Zeitschrift "Spiegel" in ihrer am Montag erscheinenden Ausgabe aus dem Papier der ARD-Länderanstalt. In dem Beschluss hieß es, die für den Zeitraum 1. März 2013 bis 31. Dezember 2015 eingekauften Rechte könnten den "Audience Flow" am späten Samstagabend unterstützen, also nachfolgenden, traditionell quotenschwächeren Formaten einen Auftrieb geben.


Als Beispiel führte der MDR das "Wort zum Sonntag" an, das bereits 2009 in eine Boxübertragung integriert worden sei. Damals hätte man "nur" knapp die Hälfte der Zuschauer verloren und insgesamt 3,5 Millionen Menschen mit der geistigen Ansprache erreicht. Normalerweise wird die Kurzpredigt am Samstagabend im Schnitt lediglich von 1,7 Millionen Zuschauern verfolgt.
 
Grünes Licht für das Vorhaben hatte es bereits am 22. Februar gegeben. Damals nickte der MDR-Rundfunkrat den Vertrag zwischen der ARD und der Sauerland Event GmbH zur Fortsetzung der Boxübertragungen im Ersten ab, hatte aber keine Angaben zur finanziellen Größenordnung des Abkommens gemacht. Der Vertrag stehe allerdings noch unter "Gremienvorbehalt", hieß es seinerzeit. Die ARD überträgt seit Ende 2000 wieder Boxkämpfe im Ersten, die Federführung liegt beim MDR (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).
 
Zur Erinnerung: Erst vor kurzem hatten ARD und ZDF die im Vergleich ungleich preiswerteten Übertragungsrechte der Leichtathletik-WM in Südkorea ausgeschlagen. Der Leichtathletik-Verband IAAF hatte 15 Millionen Euro für die kommenden zwei Leichtathletik-Weltmeisterschaften gefordert. Das war den Öffentlich-Rechtlichen zu teuer gewesen (DIGITAL FERNSEHEN berichtete).

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