WDR testet zusätzliche Audiospur „Klare Sprache“ im TV

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Nach negativen Rückmeldungen und einem darauf folgenden Online-Test will das WDR Fernsehen seine Sprachverständlichkeit und Barrierefreiheit verbessern. Am Wochenende folgt ein Test im linearen TV unter anderem bei zwei „Tatorten“.

Ausschnitte aus dem „Tatort“, einer Doku und einem Sport-Bericht, einmal im Originalton und einmal einem technisch aufbereiteten Audiosignal – wie stark unterscheidet sich die Tonqualität? Das wollte der WDR gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut herausfinden. An der Studie „Dialog+“ nahmen 2.000 Menschen teil. Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der Zuschauer verstehen die Sprache im TV häufig oder sehr häufig schlecht.

„Die im Test angebotene Möglichkeit, einen zusätzlichen Audiokanal mit einer leichteren Sprachverständlichkeit auswählen zu können, hat sogar mehr als 80 Prozent der Testteilnehmer*innen gefallen“, erklärt Wolfgang Wagner, WDR Direktor Produktion und Technik. „Auch mit Blick auf die geforderte Barrierefreiheit unseres Programmangebotes ist dies Anlass genug, ein solches Angebot weiter zu entwickeln.“

Test im linearen Fernsehen

Hintergrund seien regelmäßige Rückmeldungen des Fernsehpublikums über schwer verständliche Dialoge in Sendungen. Etwa bei gleichzeitiger Musik und Hintergrundgeräuschen, wie Stadionjubel. Nach dem erfolgreichen Test testet der WDR am Dritten Advent (12. und 13. Dezember) erstmals das zusätzliche Audiosignal unter realen Bedingungen im linearen Fernsehen.

Wolfgang Wagner erklärt: „Zwei Tatorte am Samstagabend und weitere Sendungen im Verlauf des 3. Adventssonntags bekommen eine zusätzliche Audiospur, die wir als „Klare Sprache“ bezeichnen. Die Zuschauer*innen können dieses Signal zu Hause mit ihrer Fernbedienung über das Tonmenü auswählen. Wir sind gespannt, welche Rückmeldungen uns die Zuschauer*innen in diesem ersten Test unter Realbedingungen liefern.“

Doch nicht überall wird das zusätzliche Audiosignal verfügbar sein. Aus technischen Gründen ist es nur in Haushalten mit Satellitenempfang verfügbar, die WDR HD Köln, Bielefeld, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Münster oder Siegen empfangen. Um die zusätzliche Tonspur zu nutzen, seien keine neuen oder speziellen Geräte erforderlich.

Die entsprechenden Inhalte mit dem Zusatz „Klare Sprache“ können auch über die ARD Mediathek abgerufen werden. Hier haben alle Zuschauer die Möglichkeit, das aufbereitete Audiosignal auszuprobieren. Rückmeldungen kann das Publikum an audiotest@wdr.de geben.

Erst am vergangenen Wochenende testete der BR Dialog+ via HbbTV. Hier steht am Freitag eine weitere Testausstrahlung an. Näheres dazu in dem entsprechenden DF-Artikel.

Das WDR-Programm in optionaler „Klarer Sprache“

Samstag, 12. Dezember

  • 20.15 Uhr: „Tatort“ aus Münster „Schlangengrube“
  • 21.45 Uhr: „Tatort“ „Das Mädchen auf der Treppe“

Sonntag, 13. Dezember

  • 11.05 Uhr: „Rekorde: Das Beste im Westen“
  • 11.50 Uhr: „Dynastien in NRW: Süße Giganten“
  • 12.35 Uhr: „Unser Westen, unser Handwerk“
  • 13.20 Uhr: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“
  • 14.45 Uhr: „Wenn wir uns begegnen“
  • 16.15 Uhr: „Wunderschön! Kleinwalsertal – Öko-Urlaub in Österreich“
  • 16.45 Uhr: „Winterfreuden in Österreich – Von Kufstein bis Lech“

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56 Kommentare im Forum

  1. Könnt ihr bitte die Gendermüllsternchen aus euren Texten rauslassen? Das ist nicht Rechtschreibungs konform und ekelt nur noch an, überall den Müll zu lesen
  2. Naja. Die Sternchen kommen jeweils in den Zitaten vor. Wenn das wirklich so von diesem Wolfgang Wagn*er kommt, dann sollte es auch 1:1 so übernommen werden. Egal wie man zu diesem Quatsch steht.
  3. Sehr gute Innovation. Es ist für manche Menschen wirklich schwer, Dialoge zu verstehen, wenn gleichzeitig Musik oder Hintergrundgeräusche laufen
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