Energieeffiziente Heimkinos

0
54
Anzeige

Green Entertainment

Grün ist in. Neben der Computerindustrie erkennen das zunehmend die Hersteller für Unterhaltungselektronik und nutzen es als Marketing-Instrument – auch die EU verhängt Vorgaben, die Hürden sind jedoch nicht hoch. Dieser Artikel zeigt, wie es um den Energieverbrauch im Heimkino steht – jetzt und in Zukunft.

Der weltweite CO2-Ausstoß ist maßgeblich für die globale Erderwärmung verantwortlich. Die Industrie, allen voran die Autohersteller, muss umdenken, aber auch im privaten Wohnzimmer kann man etwas gegen den Klimawandel tun. Vor wenigen Jahren legten die Hersteller kaum Wert auf geringen Energieverbrauch. Große Bilddiagonalen standen klar im Vordergrund. So verbraucht ein 82-cm-Röhrenfernseher etwa 100 Watt. Ein gleichwertiger Full-HD-Plasma-Bildschirm bis zu 200 Watt und ein aktuelles LC-Display gleicher Größe kratzt meist an der 100-Watt-Marke. Full-HD-LCD-Projektoren übertrumpfen die Plasma-Bildschirme noch und schlucken etwa 240 Watt, SXRD-Beamer (ähnlich der LCD-Technik) sogar bis zu 300 Watt.
 
Aufs Jahr gerechnet gehen vor allem der Plasmafernseher und der Videobeamer richtig ins Geld. Zwei Seiten können hier sparen: Der Verbraucher, der Strom sparende Geräte kauft und diese über Nacht abschaltet und die Hersteller, die immer effizientere Geräte mit neuen Energiesparmaßnahmen bauen. Einmal werden sie von EU-Aufl agen dazu gezwungen, sie haben aber auch erkannt, dass man mit Green Entertainment voll im Trend liegt, standen doch die letzten beiden Internationalen Funkausstellungen (IFA) in Berlin unter dem grünen Motto. So fand man neben energiesparender weißer Ware auch zunehmend braune.

Was kann der Verbraucher leisten?

Am besten ist es, bei Nichtgebrauch oder zumindest über Nacht alle Geräte vom Netz zu trennen. Dafür schaltet man das Gerät, sofern es über einen Netzschalter verfügt, ab oder zieht den Stecker heraus. Mehrfachsteckdosen mit Knopf erleichtern dies. Wer keine Lust zum Aufstehen hat, kann sich Funksteckdosen zulegen und diese bequem vom Sofa aus abschalten. Schlau sind auch sogenannte Master-Slave-Steckdosen, diese steuern einen ganzen Geräteverbund. Ein Szenario wäre etwa: der AV-Receiver als Master sowie Blu-ray-Player und Konsolen als Slaves. Schaltet man den Verstärker aus, schalten sich auch die Abspieler ab. Funk- und Master-Slave- Steckdosen sind bereits für wenige Euro im Handel erhältlich. Oft findet man sie auch auf dem Grabbeltisch im Discounter.  

Die EU greift ein

Seit dem 5. Februar 2009 ist die Verordnung (Nr. 1275/2008) zur „Festlegung von Ökodesign- Anforderungen an den Stromverbrauch elektrischer und elektronischer Haushalts- und Bürogeräte im Bereitschafts- und im Aus-Zustand“ in Kraft. Im Vorfeld der Verordnung ergab eine Studie, dass diese Energieverluste für das Jahr 2005 auf 47 TWh geschätzt wurden. Ohne Eingriff soll dieser Verbrauch 2020 auf etwa 49 Terastunden (TWh) steigen. Dies entspricht der Gesamtstromerzeugung 2006 in Portugal. Die Sparmaßnahmen sollen bis 2020 etwa 35 TWh jährlich einsparen. Die Ökodesign-Anforderungen werden in zwei Stufen eingeführt. Ab sofort dürfen Geräte im Bereitschafts- (Stand-by) und Aus-Zustand nur noch maximal 1 Watt verbrauchen.

Kommentare im Forum