DVB-T2: Alle TV-Sender in Südtirol ab heute in HD

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DVB-T2-Antenne
© JuergenL - stock.adobe.com
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Ab dem heutigen 20. Oktober verbreitet die RAS in Südtirol alle Fernsehprogramme über DVB-T2 in HD-Qualität. Zudem werden im Herbst alle Sendegeräte auf neue Sendekanäle umgestellt: Ein Sendersuchlauf ist dann notwendig.

In ganz Europa wird derzeit der neue Mobilfunkstandard 5G eingeführt. Innerhalb des Jahres 2022 müssen daher einige derzeit für die terrestrische Fernsehübertragung genutzte Frequenzen frei gemacht werden. Damit alle TV-Programme über die restlichen Frequenzen ausgestrahlt werden können, wird ein effizienterer Fernsehstandard in ganz Italien eingeführt. Die Umstellung auf den neuen Fernsehstandard DVB-T2 mit der Kodierung HEVC erfolgt bis zum Jahre 2023 in mehreren Schritten.

DVB-T2: Sendersuchlauf für neue HD-Qualität

Am heutigen 20. Oktober 2021 erfolgt die Umstellung vieler Fernsehprogramme auf die hochauflösende HD-Qualität mit der Kodierung MPEG4. Die Rundfunkanstalt Südtirol (RAS)wird ab diesem Tag all ihre Fernsehprogramme in HD-Qualität ausstrahlen, die Verbreitung der RAS-Programme in der schlechteren Standardqualität SD wird eingestellt. Für die Nutzer bedeutet die Umstellung auf HD einerseits eine höhere Bildqualität. Sie können aber auch neue, zusätzliche Programme empfangen: Neu hinzu kommt das Fernsehprogramm ORF Sport+ZDFneo wird nunmehr ganztägig ausgestrahlt. Auch die RAI wird ab dem 20. Oktober die Programme Rai 4Rai 5Rai MovieRai YoyoRai Sport+ in HD, Rai HistoryRai GulpRai Premium und Rai School nur mehr in HD ausstrahlen. Die Mediaset stellt die Programme TGCOM24Mediaset Italia 2Boing PlusRadio 105R101 TV und Virgin Radio TV auf HD um. Die übrigen RAI- und Mediaset-Programme Rai 1Rai 2Rai 3Rai SüdtirolRaiNews24Rete 4Canale 5 und Italia 1 können bis März 2022 in der Standardqualität weiter empfangen werden.

Zweiter Sendersuchlauf je nach Einzugsgebiet zwischen 19. Oktober und 4. November 2021

Zwischen 19. Oktober und 4. November 2021 stellt die RAS alle Fernsehsender auf die neu zugewiesenen Kanäle 21, 34 und 42 (im oberen Vinschgau Kanal 35) um. Mit der Umstellung der Programme auf die neuen Fernsehkanäle ist ein weiterer Sendersuchlauf notwendig. Der Sendersuchlauf soll erst erfolgen, sobald am Abend die gewohnten Programme nicht mehr zu sehen sind. Die Umstellung erfolgt schrittweise in zehn verschiedenen Zonen Südtirols wie folgt:

  • 19. Oktober – Obervinschgau: Montoni/Obervinschgau, Mals, Sulden, Trafoi, Schlinig, Planeil, Matsch, Graun, Langtaufers, Melag;
  • 20. Oktober – Wipptal: Rosskopf, Freienfeld, Brenner, Gossensass, Kematen, Pflersch, Ratschings, Ridnaun, Jaufental, Wiesen/Pfitsch, Flans;
  • 21. Oktober – Ahrntal/Antholz: Sand in Taufers, Luttach, Prettau, Weißenbach, Rein in Taufers, Ahornach, Mühlwald, Antholz Mittertal;
  • 25. Oktober – Pustertal: Kronplatz, St. Lorenzen, Olang, Pragsertal, Welsberg, Toblach, Innichen, Winnebach, Sexten, Gsiesertal, Versell/Gsies;
  • 26. Oktober – Sarntal/Schlern: Sarntal, Reinswald, Aberstückl, Hohe Scheibe, St. Johann, Asten, Auen, Kastelruth, St. Konstantin, Ritten, Kardaun, Eggental, Tiers;
  • 27. Oktober – Großraum Brixen: Plose, Lüsen, St. Nikolaus/Lüsen, Meransen, Weitental, Pfunders, Franzensfeste, Mittewald, Schalders, Albeins, Villnöss, St. Magdalena/Villnöss, Barbian;
  • 28. Oktober – Grödental/Gadertal: Grödental, Pufels, Wolkenstein, Grödnerjoch, Corvara, Col Alto, Abtei, Campill, Wengen, Tolpeit, Enneberg, Welschellen;
  • 2. November – Vinschgau: Naturns, St. Martin am Kofel, Martell, Hintermartell, Laas, Karthaus, Unser Frau in Schnals, Kurzras;
  • 3. November – Großraum Meran/Passeiertal/Ultental: Mut, Vingschau, St. Leonhard i.P., Moos, Pfelders, Rabenstein, St. Pankraz, Ultental, St. Walburg, St. Nikolaus Ulten, St. Gertraud;
  • 4. November – Großraum Bozen/Unterland/Deutschnonsberg: Penegal, Paganella, Perdonig, St. Vigil Lana, Mölten, Montiggl, Unser liebe Frau im Walde, Laurein, Proveis, Holen, Truden, Laag, Trudner Horn, Fennberg, Welschnofen, Rauth und Durnholz.

Ab Januar 2022 werden auch die nationalen Fernsehprogramme auf die neuen Sendekanäle umgestellt. Erst ab 1. Jänner 2023 wird schließlich der neue Fernsehstandard DVB-T2 mit der Kodierung HEVC Main 10 in Italien eingeführt. Die meisten Fernsehgeräte, die vor Dezember 2018 gekauft wurden, unterstützen diesen Standard nicht. Ein neues Fernsehgerät oder eine Empfangsbox wird spätestens dann notwendig.

Welche Fernsehgeräte weiterverwendet werden können

Empfängt man heute schon die HD-Programme wie ORF1 HD, ZDF HD oder SF1 HD, so kann das Fernsehgerät zunächst weiterhin verwendet werden. Falls der Fernseher nicht HD-tauglich ist, wird die Anschaffung eines neuen Gerätes oder einer Empfangsbox notwendig, um die gesamte Programmpalette weiterhin zu empfangen. Für den Empfang der neuen HD-Programme über DVB-T2 ist auf jeden Fall ein Sendersuchlauf am Abend notwendig.

Staatliche Beiträge für Decoder oder neues TV-Gerät

Vom Staat gibt es beim Kauf eines neuen Fernsehers eine Verschrottungsprämie in Höhe von maximal 100 Euro für die Entsorgung des alten TV-Gerätes (“Bonus TV Rottamazione”).  Für Familien mit einem ISEE-Einkommen unter 20.000 Euro gibt es eine zusätzliche Prämie in Höhe von 30 Euro („Bonus TV-Decoder“).

Quelle: RAS

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2 Kommentare im Forum

  1. Weitere Infos und meine Botschaft / mein Wunsch -kein weiterer Zugriff der Mobilfunkbetreiber auf den wichtigen DVB-T2 Frequenzbereich- : Einführung von DVB-T2
  2. Ich denke, irgendwann in naher Zukunft, wird das mit 5G Broadcast verschmelzen und DVB-T2 aufgegeben.
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