Netflix: Zukunftsangst trotz Kundenzuwachs

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Bild: © Netflix
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Der Streaming-Riese hat dank Serien- und Filmhits wie „The Witcher“ oder „The Irishman“ zum Jahresende überraschend viele neue Kunden angelockt – blickt jedoch angesichts immer größerer Konkurrenz verhalten in die Zukunft.

Die Anzahl der Netflix-Bezahlabos stieg in den drei Monaten bis Ende Dezember weltweit um 8,8 Millionen, wie der Online-Videodienst am Dienstag nach US-Börsenschluss mitteilte. Damit übertraf Netflix die eigene Prognose und auch die Markterwartungen. Zum Quartalsende brachte es das Unternehmen auf gut 167 Millionen bezahlte Mitgliedschaften.

Allerdings tut sich Netflix im US-Heimatmarkt – wo seit jüngstem auch der Hollywood-Gigant Disney und Apple mit Streaming-Services am Start sind – weiter schwer. Hier kamen im vierten Quartal nur 423 000 Abo-Kunden hinzu. Das waren deutlich weniger als angenommen, was die Aktie nachbörslich zwischenzeitlich etwas unter Druck brachte. Auch beim Ausblick auf das laufende Vierteljahr blieb Netflix mit einem globalen Zuwachs von sieben Millionen Kunden unter den Erwartungen. Zudem verheißt der bevorstehende Markteintritt von Streaming-Konkurrent Disney+ auf dem europäischen Markt auch einen verschärften Tauziehen um die Abonnenten. Mit dem Kampfpreis von 6,99 Euro pro Monat für UHD-Streaming auf bis zu 4 Geräten, den Disney jüngst bestätigte (DIGITAL FERNSEHEN berichtete), kann es Netflix gerade wohl auch nicht aufnehmen – immerhin hat der Streaming-Pionier seinen Preis für das vergleichbare Premium-Abo sogar erst auf 15,99 Euro angehoben.

Gewinn und Umsatz überraschten im Schlussquartal beim Marktführer 2019 jedoch positiv. Netflix erzielte einen Überschuss von 587 Millionen Dollar (530 Mio Euro), im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen lediglich 134 Millionen verdient. Die Erlöse wuchsen auf 5,5 Milliarden Dollar – ein deutliches Plus von 31 Prozent im Jahresvergleich. Vergangene Woche hatten 24 Netflix-Produktionen Oscar-Nominierungen erhalten, damit stach der Streaming-Dienst alle anderen Studios aus.

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  • Netflix-Tablet: © Netflix

51 Kommentare im Forum

  1. Natürlich ist Disney+ ein Konkurrent zu Netflix. Allerdings habe ich so meine Probleme (obwohl ich Disney+ abonniert habe) und kann nicht nachvollziehen, warum man Netflix gegen Disney austauschen sollte. Ich sehe Disney eher als Zusatzangebot. Selbst ich als Disney Fan schaue höchstens ein oder zweimal wöchentlich rein (jetzt wo 'The Mandalorian' zu Ende ist). Netflix oder Hulu laufen bei mir aber täglich...
  2. Ich kann das auch nicht nachvollziehen. Disney+ wird Netflix "nur" seine eigenen Produkte wegnehmen. Der Rest, insbesondere die sehr guten Eigenproduktionen bleiben bei Netflix. Eventuell sollte Netflix aber auch einmal über längere Kundenbindung zu besserem Preis nachdenken. Erste Schritte via Sky oder Telekom gibt es ja mittlerweile schon, dennoch fände ich einen "freien" Jahrestarif besser. Bei Amazon hat man schon immer die Wahl gehabt zwischen 7,99 im Monat oder 69,- im Jahr. Eine längere Bindung zu eine besseren Preis ist für mich stets die erste Wahl. Auch wenn Disney+ jetzt nach Deutschland kommt, 12 Monate schauen und nur 10 Monate bezahlen ist für mich ein gutes Angebot. Trotz allem ist und bleibt Disney+ ein Nischenanbieter, der zwar sehr gute, aber trotzdem "nur" eigene Produkte anbietet. Apple+ sehe ich noch lange nicht als Konkurrenz. Zu wenig Content für den Preis.
  3. Wenn man nicht jeden Müll schaut dann ist man bei Netflix aber auch relativ schnell durch. Trotzdem sind 2 oder 3 Streamingdienste immer noch besser als das überteuerte Sky. Bei Disney werde ich auch rein schauen. Fragt sich nur wie lange?
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