Warum wollen ARD und ZDF nicht sparen?

11.05.2018, 09:35 Uhr, PMa

Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Medienpolitiker in Sachsen-Anhalt, ist überrascht. Grund dafür ist die Ablehnung von ARD und ZDF gegenüber neuen Einsparungen. Die öffentlich-rechtlichen Sender wollen Einschnitte im Programm verhindern.


In einem Interview mit dem "Tagesspiegel" spricht der Chef der Staatskanzlei und Medienpolitiker in Sachsen-Anhalt Klartext über das Verhalten von ARD und ZDF. Rainer Robra erklärt, wie unangenehm überrascht die Länder über das Auftreten der beiden Sendeanstalten sind. Die Rundfunkkommission der Länder wollte von den öffentlich-rechtlichen Sendern weitere Sparvorschläge sehen, diese lehnen das jedoch ab.


Darüber sei man "überrascht, weil in dieser Reaktion nicht die Erledigung des Auftrags steckt, den die Ministerpräsidenten den Intendanten erteilt hatten", erklärt Robra. ARD und ZDF äußerten laut  "Tagesspiegel" Bedenken, dass weitere Sparanstrengungen zu Einschnitten im Programm führen könnten. Wenn es nach Robra ginge, würden sich die Ministerpräsidenten und die Verantwortlichen der Sender bei der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz im Juni zusammen setzen. Es sei wichtig, den Intendanten zu "verdeutlichen, dass der Dialog keineswegs am Ende ist", gibt er zu Bedenken. 
 
Was man bei einem Treffen von ARD und ZDF erwartet ist dem Chef der Staatskanzlei und dem Minister für Kultur in Sachsen klar: "Die Ministerpräsidenten erwarten unverändert neue Sparvorschläge, diese Agenda steht." Für Robra stehe nämlich außer Frage, dass die Sender die von einer Kommission aufgezeigten  Ansatzpunkten zum Sparen noch nicht erschöpfend abgehandelt haben und fügt hinzu: "Pro Tag werden etwa 2200 Stunden Programm in öffentlich-rechtlichem Hörfunk und Fernsehen produziert. Davon ist viel sehr ähnlich. Weniger kann mehr sein, das ist eine Volksweisheit, die sich schon in vielen anderen Zusammenhängen bestätigt hat."

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