3D-Hoffnungen 2012

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Der Hobbit

Tolkien-Fans freuen sich, endlich haben wir das Jahr 2012 erreicht. Ebenjenes Jahr, in dem mit „Eine uner wartete Reise“ der erste Teil der Verfi lmung der Buchvorlage „Der Hobbit“ in die Kinos kommt. Bis zum 13. Dezember ist es zwar noch eine unerträglich lange War tefrist, diese wird uns aber durch viele weitere Filmhighlights in 3D versüßt.

Ursprünglich sollte „Der Hobbit“ bereits 2010 unter der Regie des Fantasy- Experten Guillermo del Toro („Hellboy II“) gedreht werden. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten der Produktionsfirmen MGM und Warner Bros. wurde die Verfilmung jedoch auf Eis gelegt und del Toro sprang ab, um sich seinem Projekt „Pacific Rim“ (2013) zu widmen.
 
2011 übernahm dann wieder „Der Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson das Ruder von „Der Hobbit“, kaufte mal eben 48 nigelnagelneue Red-Epic- Kameras, gab jeder einen Namen und versprach, mit dem Doublefeature „Eine unerwartete Reise“ und „Hin und wieder zurück“ das 3D-Event der Jahre 2012 und 2013 zu schaffen.
 
Da die Red Epic erst seit 2011 ausgeliefert wird, brachte die verzögerte Produktion also den Vorteil mit sich, dass der Film nun in einer 5K-Aufl ösung (5 000 Pixel pro Zeile) und mit 48 Bildern pro Sekunde, also doppelt so schnell wie die üblichen 24 Hertz, aufgezeichnet wird. Das hat zur Folge, dass Bewegungen und Kameraschwenks umso flüssiger laufen und Bewegungsunschärfen der Vergangenheit angehören. Für das digitale Kino wird die Auflösung jedoch im Normalfall auf 2K heruntergeschraubt werden, Kinosäle mit 4K-Projektoren-Technologie erhalten aber sicherlich auch eine höher aufgelöste Variante. Und wer weiß, welche Bildauflösungen uns noch in Zukunft erwarten werden. 

3D völlig neu definiert

ackson nutzt in den rund 250 Drehtagen für beide Hobbit-Teile die neueste Stateof-the-Art-Technologie, um seine Vision – überspitzt ausgedrückt – klarer als die Wirklichkeit erscheinen zu lassen. Zur Verdeutlichung: Das menschliche Auge registriert ungefähr 60 Vollbilder pro Sekunde, hier sind es 48 pro Auge.
 
Natürlich wird in 3D gefilmt, weshalb pro Einstellung zwei Kameras gleichzeitig zum Einsatz kommen, die in einem 3D-Kamera-Rig eingespannt sind. Insgesamt 17 solcher Rigs sind beim Dreh in Umlauf, darunter Modelle für ganz unterschiedliche Einsatzgebiete. Egal ob für Kran-, Dolly- oder Handheld-Einsätze – in der Mobilität bzw. Perspektivwahl sind die Kameramänner trotz Stereoskopie nicht eingeschränkt. Um auch Close-ups realisieren zu können, arbeiten die Rigs mit Spiegeln, da das Kamerasystem ansonsten wegen des blinden Winkels eine zu große Dis tanz zum gefilmten Gegenstand wahren müsste.

Surreale Kulissen

Ein größeres Problem ist das Farbspektrum. Durch ebendieses Arbeiten mit dem Stereoskopieverfahren kann das Rot nur inakkurat eingefangen werden. Die Konsequenz daraus ist, dass die Ausstatter und Requisiteure in sämtlichen Farbflächen der Kulissen und auch im Make-up der Darsteller die Rottöne extrem übersättigen müssen.
 
Im Film sehen diese psychedelischen Oberflächen dann wieder natürlich aus. Machen Sie sich also auf einiges gefasst, wenn der Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman) frohgemut das von Jackson neu erbaute Hobbingen verlässt, um mit 13 Zwergen den Schatz des Drachen Smaug (Benedict Cumberbatch) zu erobern. Übrigens: Freeman gegen Cumberbatch – das hört sich irgendwie nach einer Sonderfolge der aktuellen TV-Serie „Sherlock“ an, in der die beiden das berühmteste Detektiv-Duo der Literaturgeschichte spielen.
 
Neben den neu besetzten Rollen gibt es in „Der Hobbit“ aber auch ein Wiedersehen mit altbekannten Gesichtern. Elijah Wood, Ian Holm, Hugo Weaving, Cate Blanchett, Orlando Bloom, Christopher Lee und Ian McKellen sind wieder mit von der Partie. Gollum-Mime Andy Serkis übernimmt sogar einen Teil der Regie, weshalb sich Mittelerde-Fans auf viele Aha-Momente freuen dürfen. Fazit: Peter Jacksons neuer Hobbit-Film wird die große 48-Hertz-Wende in den Digitalkinos einführen.
 
Danach werden die Kinogänger eventuell nie wieder 24p-Ruckeln sehen wollen, wer weiß. Die Ausstatter müssen sich zudem extrem ins Zeug legen, um alles so echt wie möglich wirken zu lassen; jeder Fehlgriff wäre bei der hohen Auflösung sonst sichtbar. Für zukünftige HD-Medien ist also bestens vorgesorgt. Außerdem darf sich ein solch ambitioniertes Fantasy-Highlight schon allein deshalb kein Genrefreund entgehen lassen, weil er ansons ten ein in vielerlei Hinsicht historisches Ereignis verpassen würde.

Trailer zu „Der Hobbit“:

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