AGF: Deutsche Reichweitenmessung stellt sich neu auf

11.01.2017, 16:01 Uhr, kw

Die AGF, die hierzulande die Reichweite der Fernsehsender misst, reformiert sich selbst grundlegend: So werden nun neben den Daten der linearen TV-Sender auch die Streamingdaten erhoben. Zudem werden Sky und WeltN24 künftig der Arbeitsgemeinschaft beitreten.


Die Zeiten ändern sich: Dass Bewegtbildinhalte im Internet gern gesehen werden, haben die linearen Fernsehsender längst erkannt und auch ihren Weg ins Netz gefunden. Nun zieht die für die Reichweitenmessung zuständige Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung nach. Seit Januar fungiert die AGF nicht nur als GmbH, sondern nimmt neben TV- auch Streamingdaten in die Reichweitenmessung auf, wie die Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch mitteilte. Dafür wurde ein neues Lizenzmodell eingeführt, dass die Daten in einem System verbindet. Auch ein neuer Name musste her, so tritt die Reichweitenforschung ab sofort unter dem Label Arbeitsgemeinschaft Videoforschung GmbH auf.


Gleichzeitig werden der Arbeitsgemeinschaft mit Sky Deutschland, das mit Sky Sport News nun auch einen Free-TV-Sender betreibt, und WeltN24 in Kürze zwei weitere Gesellschafter mit jeweils zehn Prozent beitreten. Bisher gehören der AGF ARD, ZDF, die Mediengruppe RTL Deutschland sowie ProSiebenSat.1 Media an. Zudem sollen bereits Gespräche mit Marktteilnehmern aus dem nonlinearen Bereich über eine Beteiligung laufen. Die Geschäftsführung der AGF Videoforschung obliegt seit 1. Januar Willibald Müller.


"Mit der Gründung der AGF Videoforschung GmbH und der Aufnahme weiterer Gesellschafter reformieren wir die AGF grundlegend und geben ihr eine zukunftsfähige Struktur", erklärt Martin Berthoud, Vorsitzender des bisherigen AGF-Vorstands. "Unsere wichtigste Aufgabe besteht nun darin, dem Markt die Ergebnisse unserer Konvergenzmessung kontinuierlich, effizient und in der bewährten methodischen Qualität zur Verfügung zu stellen."

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