Workshop • Kino im Wohnzimmer

Bildprojektion bei Tageslicht

 erstellt am 26.10.2015 von Christian Trozinski
Sommer, Sonne, Hitzewelle. Bei 38 Grad Außentemperatur starteten wir einen ungewöhnlichen Versuch: Mit einem lichtstarken Heimkinobeamer (Sony VPL-HW40ES) sollte eine Großbildprojektion unter Wohnzimmerbedingungen umgesetzt werden - bei Tageslicht wohlgemerkt. Ist eine Bildprojektion unter diesen Voraussetzungen überhaupt möglich?
 
 

Anstatt selbst zu entscheiden, welches Leinwandtuch optimal für unseren Projektionsversuch sein könnte, drehten wir den Spieß um und starteten vor einigen Wochen eine Anfrage an die international größten Leinwandhersteller. Unsere XXL-Mail umfasste die genauen Rahmendaten unseres Tests, angefangen vom Raum über die Lichtstreuung und Sitzposition bis zum Projektor.
 
Von insgesamt sechs angefragten Herstellern reagierten einzig Elite Screens und Stewart Filmscreen nicht auf unsere Mail: Trotz mehrfachem Nachhaken waren beide Hersteller zu keiner Stellungnahme bereit. Ein Sonderfall stellte DNP dar: Während wir von unserem internationalen Ansprechpartner eine Abfuhr erhielten (DNP sei nicht an einem Endkundentest interessiert), zeigte sich der Deutschlandvertrieb kooperationsbereit. Eine Teststellung scheiterte letztendlich an unseren Vorgaben, nicht aber am guten Willen des Vertriebs.
 
Für unseren Test erreichten uns am Ende drei Leinwände, die trotz identischer Anfrage unterschiedlicher kaum ausfallen könnten, denn vom strahlend weißen Leinwandtuch bis zur kontrastoptimierten grauen Oberfläche reicht das Spektrum der Testkandidaten.

Was wurde angefordert?


Die Leinwandhersteller sollten eine 21 : 9-Leinwand mit 80 Zoll Bilddiagonale anfertigen. Die Hersteller wurden darauf hingewiesen, dass es sich um eine Projektion bei Tageslicht unter Wohnzimmerbedingungen handelt. Neben den Raumeigenschaften teilten wir die Aufstellung und den eingesetzten Projektor mit.
V.l.n.r.: Da-Lite HD Progressive 0.9, Draper React 3.0, Screen Innovation Black Diamond 1.4. Die grauen, kontrastoptimierten Tücher verbessern die Bildplastizität, weisen aber eine Struktur auf, die bei kurzer Sitzdistanz stören kann
Bild: © Auerbach Verlag

Wie funktioniert eine Kontraststeigerung?


Um die Bildbrillanz und Schwarzdarstellung zu verbessern, kombinieren Hersteller von Hochkontrastleinwänden eine dunkle Leinwandoberfläche mit zusätzlichen Beschichtungen, die die Reflexionseigenschaften verbessern.
 
Der Trick: Die Leinwand bündelt das Licht, sodass seitlich einfallendes Sonnenlicht kaum Aufhellungen provoziert, während das direkt einfallende Licht des Projektors verstärkt zum Sitzplatz reflektiert wird. Der Projektionswinkel sollte deshalb nicht zu steil ausfallen und Projektor sowie Sitzplätze möglichst weit entfernt von der Leinwand aufgestellt werden (um die Winkelabhängigkeit zu den Bildrändern zu reduzieren).

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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