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  • Hintergrund • So funktionieren Satelliten

  • Die unsichtbare Kraft

 erstellt am 10.05.2010 von Franziska Drache

Wer tagtäglich sein Fernsehprogramm daheim genießt, macht sich über die elementaren Dinge der Physik höchstens während einer Wissenschaftssendung Gedanken. Doch Satellitenfernsehen wird durch zahlreiche sehr alte Entdeckungen erst möglich. Eine davon ist die Kraft.

 
 
Logo des Fernsehsenders RTL
Bild: RTL

Kräfte können viele Namen haben und ebenso viele hochkomplexe physikalische Berechnungen nach sich ziehen. So steht es auch mit der Erdanziehungskraft. Die Frage, warum Satelliten nicht einfach auf die Erde fallen, ist schnell beantwortet: Zwar wirkt auf einen Satelliten in einer bestimmten Umlaufbahn immer noch die Erdanziehungskraft, doch die entscheidende Kraft, welche dagegen wirkt, heißt Fliehkraft. Durch die Rotation um unseren Himmelskörper halten sich die Kräfte die Waage und der Satellit seine Position. Damit wäre die Erklärung schnell beendet, wenn da nicht die interessante Geschichte dahinter wäre. Denn so einfach, wie es klingt, um einen Satelliten ans Firmament zu meißeln, ist es nun wahrlich nicht.
 
Hochkomplexe Berechnungen und unzählige Korrekturen am Kurs sind notwendig, damit wir allabendlich Das Erste, RTL oder einen der zahllosen anderen Sender sehen können. Dazu kommt, dass der Weltraum nicht so leer ist, wie er aussieht. Miniteilchen, welche jeden Himmelskörper bremsen, machen aus einem Satelliten ein immer langsamer werdendes Flugobjekt. Da die Teilchen an der Oberfläche des Satelliten Reibung verursachen, wird dieser immer langsamer, was die Ingenieure zur Korrektur zwingt, denn ein Satellit, der vom Kurs abweicht, ist ein nutzloses Stück Technik. Diese Korrekturen werden durch Mini-Triebwerke realisiert, welche je nach Bedarf beschleunigen, abbremsen oder lenken können. Das alles kann manuell oder automatisch von der Erde aus überwacht werden. Dabei gilt der Grundsatz, je höher die Satelliten fliegen, desto geringer sind die Störeinflüsse, wie z. B. die bremsende Wirkung der Ionosphäre. Spionage- und Wettersatelliten, die im erdnahen Orbit auf einer Umlaufbahn zwischen 200 und 1200 Kilometern Höhe über der Erde kreisen, müssen viel häufiger Kurskorrekturen über sich ergehen lassen und haben deshalb eine viel geringere Lebenserwartung.
 
Kommunikationssatelliten, wie z. B. die Astra-Flotte auf 19,2 Grad Ost bewegen sich auf der geostationären Umlaufbahn in rund 36 000 Kilometern Höhe und sind dort nicht nur weniger Kurskorrekturen ausgesetzt sondern scheinen punktgenau zur Erdoberfläche still zu "stehen". Natürlich sind sie nicht "festgeklebt", doch die Höhe der Umlaufbahn bewirkt eine Bahngeschwindigkeit, die der Rotation der Erde entspricht. Nur so können das Fernsehprogramm oder Telefondienste punktgenau uns störungsfrei ihre Einsatzgebiete erreichen - und dies ist auch gut so, denn ansonsten müsste man zu jeder Uhrzeit die Schüssel neu einstellen.


Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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