Sky und DAZN, die Retter der Bundesliga: Zuschauerzahlenbilanz der Coronazeit

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Bundesliga auf Sky und DAZN
Sky als auch DAZN könnten bei der nächsten Vergabe der TV-Rechte an der Bundesliga Exklusivität anstreben. Aber auch Amazon Prime Video könnte seinen Hut in den Ring werfen. © Bundesliga, DAZN, Sky

Wohl niemand sieht lieber Geisterspiele als eine Partie in einem ausverkauftem Stadion. Damit Fußballfans das nochmal erleben dürfen, helfen Sky und DAZN aktuell mächtig dabei mit, die Bundesliga zu retten.

Mit ihren Zahlungen an die DFL leisten sie gerade nichts geringeres als lebensnotwendige Erste Hilfe. Die Rede ist vom TV-Partner Duo DAZN und Sky. Letztere übernehmen dabei den Löwenanteil, erstere tragen via Eurosport-Sublizenz ihren Teil zur Rettung nicht weniger in Schieflage geratener Bundesliga-Klubs bei. DFL-Boss Christian Seifert gab zuletzt zudem zu Protokoll, dass die Auseinandersetzung mit dem Discovery-Sportsender umfassend zu Gunsten der Liga beigelegt worden sind (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Was heißt, dass auch das DAZN-Geld zum Endabnehmer durchdringt.

Zuschauerzahlen bei Sky und DAZN gut und stabil

Man könnte nun auch meinen, dass die Anbieter nichts anderes tun, als ihre vertragliche Aufgabe zu übernehmen. Und dem ist auch so. Nur hängen an den Vereinbarungen mit der DFL kausal auch die Existenzen der Vereine. Die Annahme, dass man sich in Zeiten von Geisterspielen nun kaum noch vor neuen Kunden retten könnte, stimmt indes offenbar nicht zu hundert Prozent. Denn in Aussagen gegenüber der Onlineplattform „Sportbuzzer“ zeigten sich die zuständigen Chefs von Sky und DAZN derweil zufrieden mit der Nachfrage. Aber eben auch nicht viel mehr als das.

So gab Thomas de Buhr von DAZN dort zu Protokoll, dass ihren Daten „sich keinerlei Evidenz für ein verändertes Interesse am Live-Sport“ ergibt. Von Sky-Seite hört es sich schon positiver an. „Von einem Abebben des Interesses kann aus unserer Sicht nicht die Rede sein – wir erreichen Woche für Woche hervorragende Zuschauerzahlen“, wird ein Sprecher des Pay-TV-Anbieters zitiert. Tatsächlich verbuchten die letzten beiden Bundesliga-Gipfel (BVB – Bayern und Leverkusen Bayern) außerordentliche Resonanz beim Publikum (DIGITAL FERNSEHEN berichtete). Von einem Kundenansturm ist aber auch bei den Unterföhringern trotzdem nicht die Rede. Zahlen vom Sky-Mutterkonzern Comcast aus der ersten Corona-Hochphase dokumentieren auch keinen Zuwachs, wohl hingegen aber eine „Treue“ der Kunden.

Statistisch können die beiden Anbieter aber eher mit einer positiven Kundenentwicklung prognostizieren. Zumindest, wenn man den Ergebnissen einer Studie aus dem Sommer vertrauen schenken würde. Und wer weiß, wie lange Fußball-Fans sich noch mit Geisterspielen begnügen müssen? Den Rettern und der Bundesliga wird es wohl recht sein. Auch wenn „Fußball-Kultur“ im Moment arg zu kurz kommt und es natürlich auch einfach mal wieder schön wäre, ein Spiel „vor ausverkaufter Hütte“ sehen zu können.

Bildquelle:

  • Bundesliga_Sky_DAZN: © Bundesliga, DAZN, Sky

2 Kommentare im Forum

  1. Du hast natürlich nicht ganz Unrecht. Ein Profiverein lebt aber nunmal nicht nur davon. Es macht einen großen Teil im Etat aus, durchaus. Aber allein davon lebt keiner und finanziert die komplette Saison. Es wird gerne geschrieben das mit den TV-Rechten. Aber, wie geschrieben, davon finanzierst du keine Saison. Auch durchaus richtig. Kenne ich von mir selbst. Nur, wo ist der Unterschied zu "echten" und "unechten" Branchen. Natürlich gibts auch im Profisport existenzgefährdete Teams, dabei mein ich nicht (aber auch) den Fußball. Gibt genügend Sportarten, die ums Überleben kämpfen. Siehe Eishockey.
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