Am Kiosk und im Abo • AUDIO TEST 02/2019

Warum wir HiFi lieben

Bild: Auerbach Verlag

Halt, bitte überblättern Sie diese Zeilen nicht! Geben Sie mir zwei Minuten ihrer Zeit und lesen sie diese eine Seite. Meinetwegen auch gratis am Kiosk oder die Version am Laptop. Denn auf dieser Seite geht es um echte Leidenschaft, wirkliche Kunstwerke und die Wertschätzung für eine Arbeit von tausenden Menschen weltweit. Ich rede von echtem HiFi. Von der Kunst, aus einzelnen Bauteilen Dinge zu fertigen, die uns emotional berühren.
 
Mein Lese-Tipp: Ursprünglich sollte es ein Workshop zu dieser wohl einzigartigen Verstärkerausgabe werden. Ist es auch – irgendwie – aber gleichzeitig auch ein Experiment. Und das kam so: Nachdem wir so viele Verstärker in einer Ausgabe versammelt haben, wie noch in keinem anderen Testheft von uns, wollten wir prüfen, ob es nicht auch irgendwie günstiger geht. Was bei diesem Experiment herauskam, lesen Sie am besten selbst ab Seite 16.
 
Eines steht aber bereits fest: Das Ergebnis klingt deutlich anders als die vielen Verstärker in dieser Ausgabe – jeder für sich ein Stück liebevolle Ingenieurs- und Handwerkskunst. Denn High Fidelity, also HiFi, fängt bereits bei der gnadenlosen Selektion der Komponenten an. Wenn man zum Beispiel zwei Monokanäle als Stereopaar nutzen möchte, dann ist es durchaus hilfreich, wenn die Abweichungen der Kennwerte der Bauteile gegen Null gehen, sonst klingt der eine Kanal anders, als der andere – Stereo klappt so jedenfalls nicht. Daher messen viele Hersteller ihre Bauteile einzeln durch und sortieren aus, wenn sie nicht den Anforderungen entsprechen.
 
High Fidelity ist aber auch ein entsprechendes Gehäuse. Oft geht hier aufwendig verarbeitetes Material (denken Sie nur an das Thema Abschirmung) mit schierer Masse Hand in Hand. Auch nicht billig also. High Fidelity ist auch Funktionsumfang, wie zum Beispiel mehrere digitale und analoge Eingänge, Anschlüsse für mehrere Lautsprecher, Bluetooth oder Netzwerkfunktionen. HiFi steht auch für enormen Forschungsaufwand, extrem aufwändige Schaltungsdesigns, Patente, den Produkt-Entwicklungsprozess, Mitarbeiterlöhne und Sozialabgaben, Versicherungen, Steuern, Ausbildungsplätze, tolle Vorführungen auf Messen und ein garantierter Service an den Geräten. Man bezahlt also beim HiFi und High End für den Klang – aber eben nicht nur.
 
Der aufgerufene Preis ist auch Ausdruck einer besonderen Wertschätzung gegenüber den Menschen, die solche Produkte erschaffen. Gegenüber denen, die Tag und Nacht daran arbeiten, damit wir am Schluss für ein paar Minuten oder Stunden am Wochenende in unserer Freizeit den Stress des Alltags vergessen können. Denn das schaffen billige Bauteile nicht, das schafft auch eine "Geiz-ist-geil"-Mentalität nicht, das schafft nur Wertschätzung. Gönnen Sie sich mal wieder einen Besuch beim HiFi-Händler Ihres Vertrauens, einfach nur so zum Musik hören, sprechen Sie einfach nicht über den Preis. Oder schauen Sie auf einer der zahlreichen HiFi-Messen vorbei. Sie werden sehen, dass man auch Sie dort wertschätzen wird.

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Diese Themen finden Sie in der neuesten Ausgabe der AUDIO TEST:


MAGAZIN:

  • News, Trends, Ausblicke: Die wichtigsten Neuerscheinungen auf dem
  • HiFi-Markt
  • Hintergrund: "Made for China": Chancen und Risiken für deutsche HiFi-Manufakturen beim Export nach Asien
  • Unterwegs: Wir waren für Sie im HiFi-Museum von Jochen Senf
  • Im Gespräch: Rainer Finck, Senior Electronics Engineer von Marantz
  • Experiment: Wie viel Watt braucht der Mensch? – Und warum kostet gutes HiFi und High End eigentlich so viel Geld?
  • Dr. Ton: Wie funktioniert ein Transistor und was bedeutet Class A, AB, B und D?

TESTS:

  • Advance Paris X-P500 und X-A160
  • Canton Smart Vento 3
  • Clearaudio Balance V2
  • JBL L100 Classic
  • Magnat MR 780
  • Marantz PM-KI Ruby und SA-KI Ruby
  • Mark Levinson No. 585.5
  • Musical Fidelity M2si
  • NAD Amp1
  • Pioneer A-40AE
  • Rotel A10
  • T+A PA 3100 HV
  • Unison Research Unico Due
  • Vincent SV-700
    Letzte Änderung: Donnerstag, 21.02.2019