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  • Hintergrund • Blu-ray – Das neue Medium

  • Endlich mehr Bildinformation & höhere Auflösung

 erstellt am 28.07.2009 von Falko Theuner

Viele kennen sie bereits, aber nur wenige nutzen sie – die Blu-ray Disc. Damit Sie über die Möglichkeiten des runden Speicherwunders auf dem aktuellsten Stand sind, präsentieren wir Ihnen kompakt und übersichtlich alles, was Sie über den Nachfolger der DVD wissen sollten.

 
 
Aufgrund der hohen Datenrate und der damit verbundenen Fehleranfälligkeit der Blu-rays, muss auf eine glatte Schutzschicht geachtet werden, damit der Zugriff nicht durch Unebenheiten beinträchtigt wird. Als sicheres Verfahren wird das sogenannte Spin-Coating angewandt
Bild: Sony

Äußerlich unterscheiden sich die Silberlinge zunächst einmal nicht von der altbekannten DVD. Sie haben dieselbe Größe und glänzen auch nicht blau, so wie es der Name eigentlich vermuten lässt. Erst bei der Bildqualität machen sich starke Abweichungen bemerkbar. Als man vor drei Jahren die ersten Blu-ray Discs auf dem Massenmarkt einführte, bediente man sich bei der Namenssuche des Hauptmerkmals der Abspielgeräte, des blau-violetten Abtastlasers.

Scharf sehen


Für DVDs werden rote Laser mit einer Wellenlänge von 650 Nanometern (nm) genutzt, während Blu-ray-Player mit ihren kurzwelligen Lasern (405 nm) enger beieinander liegende Daten lesen können. Dementsprechend passen auch größere Datenmengen auf die Scheibe. Der Vorteil ist offensichtlich: Videos mit mehr Bildinformationen bzw. höherer Auflösung haben endlich ihr Medium gefunden. Gemeint ist natürlich das Full-HD-Format mit 1 920 - 1 080 Pixeln. Dadurch erreicht die Blu-ray eine bis zu fünfmal so hohe Auflösung wie bisherige DVDs.
 
Die neuen Codecs MPEG-4 AVC und VC-1 ermöglichen es, durch effizientere Komprimierung abendfüllende Kinofilme mit einer Auflösung von zwei Millionen Bildpunkten auf eine Disc zu bannen. Zudem lässt das neue Format eine Wiedergabefrequenz von 24 Vollbildern pro Sekunde (24 p) zu. Diese Aufnahmegeschwindigkeit wird im Kino schon seit über hundert Jahren genutzt und führt zu einer filmartigeren Stimmung als bei TV-Aufnahmen. Während groß angelegter Kameraschwenks äußert sich dies besonders anhand eines leichten Ruckelns. Die ersten Flachbildfernseher und Blu-ray-Player unterstützten diese Frequenz groteskerweise nicht und wandelten das Signal in 60Hz um. Dieser Vorgang wird 3:2-Pulldown genannt und hat ein im Ursprungsmaterial nicht vorhandenes Ruckeln zur Folge
Unter dem 0,1 Millimeter dünnen Cover Layer befindet sich die hochempfindliche Speicherschicht. Die Daten liegen sehr dicht beieinander, weshalb auf eine Scheibe bis zu 50 Gigabyte passen. Ein kurzwelliger, blau-violetter Laser dient zur Abtastung
Bild: Sony
Doppelschichtige DVDs weisen maximal 8,5 Gigabyte an Daten auf. Die Informationen liegen deutlich weiter voneinander entfernt, weshalb ein roter Laser für den Leseprozess ausreicht. Die günstige Produktion öffnete der DVD den Massenmarkt
Bild: Sony

Für die Ohren


Werden nicht nur die Videodaten, sondern auch der Sound über den HDMI-1.3-Anschluss übertragen, so kommen Zuschauer in den Genuss der neuen HD-Tonformate. Dolby Digital True HD und DTS-HD ermöglichen Rundumklänge, die in der Regel direkt vom Studiomaster verlustfrei erstellt werden. Vollkommen unverändert erschallen auch PCM-Tonspuren im Heimkino. Das heißt, selbst die Töne, die das menschliche Ohr nicht bewusst wahrnimmt, bleiben erhalten.
 
Als Ergebnis erwartet Sie eine Wiedergabe, die auch bei extremer Lautstärke angenehm klingt. Einfach ausgedrückt: Stressfreies Hören in allen Lautstärken. Auf der Blu-ray selbst können außerdem bis zu 32 Audio-Streams gespeichert werden, die dann während des Films auswählen lassen. Für manche Extras, z.B. einen Videokommentar, ist es zudem notwendig, dass mehrere Spuren parallel aktiviert werden können.

Zweite Generation

Im Zentrum dieser Technik wirkt die Zentrifugalkraft. Während einer gleichmäßigen Rotation verteilt sich das flüssige Kunstharz über die Oberfl äche und wird unter Strahlung ausgehärtet. Als Ergebnis entsteht eine kratzresistente Durabis-Schicht
Bild: Sony

Nach und nach werden die Blu-ray-Player bezahlbar, sodass Sie ein gutes Gerät schon ab 200 Euro erhalten. Dank BD-Java können in fast allen Geräten während des Films Pop-up-Menüs aufgerufen und Einstellungen getroffen werden. Allerdings ist nicht jeder Player mit sämtlichen Blu-ray-Extras kompatibel. Etwas ältere Generationen der Blu-ray-Player unterstützten nur das Profil 1.1, wodurch sich Bild-in-Bild-Funktionen nutzen lassen. Bebilderte Regiekommentare und Spiele könnten somit zu einer guten Blu-ray dazugehören wie die Making-ofs zu heutigen DVDs.
 
Hinter dem Namen "BD-Live" verbirgt sich wiederum das virtuelle Tor zu interaktivem Bonusmaterial aus dem Netz. Doch nicht nur das Herunterladen von Extras ist damit möglich. Es sind interaktive Ansätze wie Multiplayer-Spiele oder auch Live-Chats mit Filmemachern und Fans, die die Scheibenverkäufe vorantreiben sollen. Notwenig hierfür ist das Profil 2.0. Inzwischen unterstützen alle neuen Player dieses Profil. Im Gegensatz zur DVD entwickeln sich die Blu-ray Discs ständig weiter. Ein Update-fähiger Player mit Netzwerkanschluss bietet daher die beste Zukunftsperspektive.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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