Dokumente belegen: Facebook gab Freundesliste weiter

06.12.2018, 09:45 Uhr, jrk

Facebook lässt einige Unternehmen, darunter Netflix und Airbnb, auf die Freundeslisten seiner Benutzer zugreifen, während es 2015 diese Datennutzung für die meisten Unternehmen untersagte.


Dies besagen Dokumente, die vom britischen Gesetzgeber gestern veröffentlicht worden sind. Die 223 Seiten der internen Kommunikation zwischen hochrangigen Mitarbeitern, darunter der Gründer und der Vorstandsvorsitzende Mark Zuckerberg, von 2012 bis 2015, liefern neue Beweise für die bereits vorgebrachten Behauptungen, dass Facebook bevorzugte Unternehmen ausgewählt hat und damit wettbewerbswidriges Verhalten begangen hat.


Die Dokumente zeigen, dass Facebook das Wachstum von Mitbewerbern verfolgte und ihnen den Zugriff auf die für andere Unternehmen verfügbaren Nutzerdaten verweigerte, wie Reuters berichtet.

Im Jahr 2014 analysierte das Unternehmen etwa 100 Apps, um herauszubekommen, wie viele Apps Geld für Facebook-Anzeigen ausgeben. Dies geht aus den Dokumenten hervor, die sich auf Zuckerberg und den Chief Operating Officer Sheryl Sandberg beziehen.

Die Dokumente geben Einsicht in das Denken der Facebook-Führungskräften und  könnte zu einer neuen kartellrechtlichen Überprüfung der Geschäftspraktiken führen.

So mussten Tools, die Facebook für App-Entwickler zur Verfügung stellt, immer von Zuckerberg persönlich genehmigt werden.
Zuckerberg schrieb am Mittwoch in einem Posting, dass das Unternehmen den Skandal gegen Cambridge Analytica-Datenverletzung hätte verhindern können, wenn er vor 2014 gegen die App-Entwickler vorgegangen wäre.

Der Missbrauch von Facebook-Benutzerdaten durch Cambridge Analytica haben die weltweite Kontrolle der Datenschutzpraktiken und die Praktiken der Moderation von Inhalten des Unternehmens weltweit verschärft.

Die Dating-App Badoo und App Lyft hatten neben anderen Unternehmen Zugriff auf Daten über Freunde der Benutzer, wie die veröffentlichten Dokumente zeigen.
 

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