FRK fordert harte Auflagen für Vodafone-Übernahme von Unitymedia

19.09.2018, 09:54 Uhr, bey

Der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunkation (FRK) stellt in einer Mitteilung vom Dienstag die Forderung ans Kartellamt, bei der Fusion von Unitymedia und Vodafone harte Auflagen geltend zu machen.


In erster Linie befürchtet der FRK erhebliche Wettbewerbsnachteile für mittelständische Netzbtreiber und fordert Regulierungen sowie Ausstiegsmöglichkeiten für bestehende Vertragsverhältnisse: "Die Fusion darf nur genehmigt werden, wenn der neue Telekommunikationsriese seinen Kunden aus der Wohnungswirtschaft ein Sonderkündigungsrecht für alle bestehenden Verträge gewährt. Zudem muss das Unternehmen im Breitbandmarkt reguliert und seiner Größe wegen zu Open Access verpflichtet werden", erklärte heute der FRK Vorsitzende Heinz-Peter Labonte beim FRK-Breitbandkongress in Leipzig.


Durch die erheblich wachsende Marktmacht hinsichtlich Finanzierung, Digitalisierung und Bündelangebote sowie einem Anteil von über 80 Prozent am Kabelmarkt erwartet der FRK, dass es insbesondere für kleine und mittelständische Netzbetreiber immer schwerer wird, sich im Wettbewerb zu behaupten.

"Vorstöße unserer Mitglieder in andere Versorgungsgebiete werden nahezu unmöglich. Andererseits wird es für die größere Vodafone erheblich leichter, diese in ihren lokalen Märkten mit aller Macht anzugreifen undzuverdrängen", erläuterte Labonte weiter. Aufgrund dieses drohenden Szenarios hat der FRK daher im Rahmen der derzeit laufenden Vorverfahren Anträge auf Anhörung bei der EU-Kommission und auf Beiladung beim Bundeskartellamt gestellt, um seine Positionen darstellen zu können.

Nicht nur Kabelmarkt kritischer Aspekt des Deals - auch 5G


Dabei geht es dem FRK nicht nur um den Kabel-TV-Markt. Denn angesichts von fast 30 Millionen adressierbarer Haushalte spielt die bei einem Durchwinken der Unitymedia-Übernahmen schier übermächtige Vodafone eine Schlüsselrolle beim Ausbau der Bundesrepublik zur Gigabit-Gesellschaft und die nächste Mobilfunkgeneration 5G.

"Angesichts dieser Marktmacht sollte Open Access für Vodafone verpflichtend werden und das Unternehmen der Regulierung unterliegen", betonte Labonte. Für die mittelständischen und kommunalen Unternehmen sei Open Access schon lange eine Selbstverständlichkeit.

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