Hintergrund • Full HD gegen Ultra HD

Ein praxisnaher Vergleich

 erstellt am 28.02.2014 von Christian Trozinski
Mit Samsungs gigantischem 85-Zoll-UHD-Modell UE85S9 stand uns für den ultimativen Auflösungsvergleich nicht nur einer der besten Fernseher überhaupt zur Verfügung, sondern auch das Bildmaterial zählt zur absoluten Referenz. Das Burosch-Testbild der Stadt Dubrovnik (erhältlich unter burosch.de) strotzt nur so vor Details, sodass die Unterschiede zwischen der Full-HD- (zwei Millionen Bildpunkte) und Ultra-HD-Auflösung (acht Millionen Bildpunkte) anschaulich erklärt werden können. Für einen praxisnahen Vergleich wählten wir unterschiedliche Sitzabstände, um die wahrgenommene Detailschärfe zu verdeutlichen. Die gewählten Bildausschnitte zeigen die Details, die auf einem Blick scharf wahrgenommen werden können.

Full HD vs. Ultra HD

Zugegeben, wirklich praxistauglich ist dieser Vergleich nicht, doch zeigt er das Potenzial von Ultra HD beeindruckend auf. Obwohl selbst das Ultra-HD-Testbild (rechts) bei dieser winzigen Entfernung vom Bildschirm leichte Pixelstrukturen zeigt, bleiben alle Details doch klar erkennbar. Achten Sie auf die Leiter an der Kuppel der Kirche und die Schindeln der Dächer. Das Full-HD-Bild (links) zeigt hier nur noch Pixelmatsch.
Bild: Burosch

Fazit
 
Es sind nicht nur die fehlenden Inhalte, die den Siegeszug von UHD ausbremsen, sondern auch die geringen Bildgrößen aktueller Flachbildfernseher. Mit dem Referenzbild von Burosch und dem sündhaft teuren Samsung-TV UE85S9 konnten wir die Faszination des neuen Bildstandards tatsächlich spüren: Der Weitblick in das Bild hinein und die Detailpracht rauben einem schlichtweg den Atem. Dennoch sprechen wir hier von einem 85-Zoll-Fernseher, für den Samsung knapp 35 000 Euro veranschlagt. Zugleich liefert das Foto eine Qualität, wie man sie nur allzu selten sieht. Die Wiedergabe eines Kinofilmes könnte dieses Niveau nicht erreichen, schließlich arbeiten Regisseure mit erzwungenen Unschärfen, und die niedrige Bildfrequenz von 24 Bildern pro Sekunde mindert die wahrgenommene Bildschärfe bei schnellen Bewegungen. Durch technische Tricks wie die Zwischenbildberechnung lassen sich diese Defizite mildern, die LCD-Technik setzt der Bewegtbildschärfe aber eine technologisch bedingte Auflösungsgrenze. Die 2 160 Bildzeilen des UHD-Signals reduzieren sich bei schnellen Bildbewegungen auf 500 bis 1 000 Bildzeilen (wahrgenommene Auflösung). Somit sind die beworbenen 8 Megapixel als theoretisches Ideal zu sehen, das derzeit vor allem bei der Fotodarstellung erreicht wird.
 
Macht UHD überhaupt Sinn?
 
Vorschnell könnte man die Praxistauglichkeit von UHD in Abrede stellen, doch aufseiten der Bildproduktion kann eine Auflösung nie hoch genug sein. Sicher werden Sie im Foto- und Videobereich festgestellt haben, dass die Bildqualität durch bessere Sensoren zugenommen hat und diese Qualitätsvorteile (Kontrast, Farben, Detailschärfe) sind auch dann noch sichtbar, wenn das Bild im Nachgang in der Auflösung heruntergerechnet wird. Im TV-Bereich profitieren Sie damit vom UHD-Wandel, gleichgültig welche Auflösung Ihr Fernseher besitzt – eine bessere Bildqualität der Quelle führt ebenso zu einer besseren Darstellungsqualität. UHD-TVHersteller sitzen derzeit zwischen den Stühlen: Bilddiagonalen von 50 bis 65 Zoll lassen sich zu attraktiven Preisen fertigen, strenggenommen müsste man diese Fernseher aber eher als XXLMonitore nutzen.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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