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  • Hintergrund • Nur im Kino wahrer Filmgenuss? - Kinotechnik

  • Heimkinotechnik auf dem Vormarsch

 erstellt am 10.05.2010 von Christian Trozinski

Was unterscheidet einen Gang ins Kino mit einem Film zu Hause? Sicher, das Ambiente ist passender, die Leinwand größer und Besucherzahl höher, auch wenn letztere mittlerweile sinkt. Es ist aber nicht nur das Drumherum, sondern auch die Technik, welche bislang völlig andere Wege geht. Doch mit der Blu-ray Disc steht diese endlich in den eigenen vier Wänden zur Verfügung.

 
 
Der D-ILA-Projektor HD10K von JVC Professional ermöglicht annähernd die Bilddarstellung der Kinonorm und ist deshalb unser Referenzgerät
Bild: JVC

Das Kino schreibt seine eigenen Gesetze, so zumindest in den vergangenen 100 Jahren. Die Annäherung der Heimkinotechnik an das große Vorbild ist jedoch voll im Gange und einige wenige Projektoren können bereits heute die tiefen, satten Farbtöne und ruckelfreien Kinobilder erzeugen, welche sonst nur mit einer Eintrittskarte ermöglicht wurden.
 
Falls Sie bislang dachten, dass Ihr Fernseher oder Projektor einen Film im Originalzustand anzeigt, müssen wir Sie leider enttäuschen, denn auch wenn Sie bereits im Besitz von Blu-ray Discs sind, so ist das, was Sie erblicken, nur ein Bruchteil dessen, was möglich ist. Deshalb möchten wir Ihnen einen Einblick in die technischen Vorgaben des Kinos ermöglichen.

HD hoch vier

Spielfilmklassiker in HD-Qualität? Kein Problem, solange die Zelluloidvorlage gut erhalten geblieben ist. Casablanca von 1942 beeindruckt auf Blu-ray und HD DVD mit einer fantastischen Bildqualität
Bild: Sony/Warner Bros.

Die Auflösung eines hochwertigen Filmes im Verbund mit sehr guten Optiken beträgt bis zu 32 Millionen Bildpunkte (8 192 × 4 096 Pixel, auch 8K genannt).
 
HDTV für den Heimgebrauch besitzt hingegen nur zwei Millionen Bildpunkte (1 920 × 1 080 Pixel, entspricht nahezu der 2K-Norm von 2 048 × 1 080 Bildpunkten). Somit können Sie davon ausgehen, dass jeder jemals produzierte Film auf Zelluloid problemlos in HDTV gesendet werden kann, selbst wenn er 40 Jahre zurückliegt.
 
Der Nachteil eines Filmbandes ist jedoch seine Haltbarkeit, denn im Vergleich zu Daten auf einer Festplatte altert das Band jeden Tag. Durch Übertragung der Bilder via Scanner, Nachbearbeitung und letztendliche Vervielfältigung reduziert sich die Qualität des Originals mit jedem Arbeitsgang. Das Einlesen der Bänder ist dabei ungeheuer aufwändig und nimmt bis zu fünf Tage in Anspruch.
 
Der benötigte Speicher ist ebenfalls immens, beträgt die Datenmenge eines unkomprimierten Filmes doch ein stattliches Terabyte, umgerechnet also rund 120 DVDs. Bislang werden die Computerdaten wieder auf die Kinorolle übertragen und diese im Kino mehrmals abgespielt. Das Problem der immer schlechter werdenden Qualität kennen Sie sicherlich von Ihren VHS-Kassetten, welche mit der Zeit leierten und Aussetzer provozierten.
 

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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