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  • Hintergrund • So funktioniert 1080p24

  • Ein Ganzes, 24 Einzelteile

 erstellt am 13.07.2009 von Florian Kriegel

Viele Blu-ray-Player werben mit dem Begriff 1080p24. Doch wofür steht eigentlich die "24"? Mit Jack Bauer hat es jedenfalls nichts zu tun, dafür aber mit dem richtigen Eindruck beim Anschauen von Blockbustern wie "The Dark Knight".


Die Zahl geht aus der Kinoproduktion und -projektion hervor. Filme sind im Grunde eine schnelle Abfolge von Einzelbildern. Ab ungefähr 16 Bildern in der Sekunde entsteht durch den sogenannten Stroboskopeffekt und die Trägheit des menschlichen Auges die Illusion der Bewegung. Eine Fliege würde im Gegensatz zum Menschen den Kinofilm "The Dark Knight" lediglich als reichlich lauten Diavortrag wahrnehmen.
 
Während in den Anfangstagen des Kinos Filme noch mit 16 bis 18 Bildern und mit einem deutlichen Flimmern aufgenommen wurden, ist inzwischen eine Bildfrequenz von 24 Einzelbildern pro Sekunde (fps) Standard. Im Kino werden diese Bilder dank einer Blende zweifach belichtet und von den Projektoren auf die Leinwand abgestrahlt. Durch diese Technik wird der zwischen den Bildern befindliche Filmstreifen unsichtbar und das Flimmern des Films wird reduziert. Dadurch wird die Bildfrequenz von 24 fps auf 48 fps erhöht. Die Bildanzahl in Sekunden wird auch als Einheit Hertz (Hz) angegeben.

Unterschied zum Fernsehen

24 Bilder in der Sekunde werden durch Doppelbelichtung zu 48 Bildern, das Ergebnis ist eine Bildfrequenz

Bild: Auerbach Verlag

Die niedrige Frequenz hat jedoch Nachteile, besonders bei schnellen Kameraschwenks oder der Aufnahme von Bewegungen. Dadurch, dass sich das gefilmte Objekt bewegt, gibt es plötzlich einen erkennbaren Unterschied zwischen den Einzelbildern. Der Zuschauer nimmt dies als Ruckeln wahr. Ironischerweise hat sich das Kinopublikum jedoch so sehr daran gewöhnt, dass mit einer höheren Bildfrequenz aufgenommene Filme eher an TV-Produktionen erinnern würden.
 
Auf der anderen Seite profitieren Filme wie "Cloverfield" von den höheren Bildfrequenzen digitaler Kameras und erzeugen gerade dadurch einen höheren Realismus. Das Fernsehen arbeitet nämlich mit höheren Bildwiederholraten, dafür aber mit für das TV tauglichen Halbbildern. Beim europäischen Standard PAL sind das 50 Hz, im amerikanischen und japanischen Raum ist NTSC mit 60 Hz üblich. Für das europäische TV werden Kinoproduktionen deswegen einfach um ein Bild pro Sekunde schneller abgespult und dann verdoppelt. Dies führt lediglich zu einer kaum wahrnehmbaren Beschleunigung des Gesamtfilms, die jedoch die finale Länge verkürzt. Außerdem erscheinen die Stimmen der Schauspieler leicht erhöht.

Von Fernsehgefühl zu Kinofeeling


Während die Umwandlung bei DVDs auf 60 oder 50 Hz schon beim Brennen der Scheiben vorgenommen wird, verhält es sich bei Blu-ray Discs anders. Hier werden die Filme in den ursprünglichen 24 Vollbildern pro Sekunde gebrannt und daher bekommt man nur mit dem blauen Medium das Kino-Original in seiner ursprünglichen Form.
 
Lange Zeit war der HD-Standard allerdings trotzdem 50 Hz, sodass die Umwandlung nun in den Playern erfolgte. Daher erhielten die Heimkinobesitzer Filme in TV-Frequenz. Inzwischen geben viele Player den Film einfach in der originalen Bildfrequenz von 24 fps heraus. Nur damit hat der Heimkinobesitzer denselben Eindruck wie im Lichtspieltheater seiner Wahl.

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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