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  • Gängige Auflösungen im Heimkino

 erstellt am 21.10.2010 von Dennis Schirrmacher

Full-HD bildet mit 1 920 × 1 080 Bildpunkten und Vollbildern derzeit die Spitze im Heimkino. Aber längst nicht alle Quellen verfügen über derartig viele Pixel. Wir zeigen Ihnen, wie Sie SD-Signale aufbereiten und welche Geräte sich dabei besonders gut schlagen.

 
 

Seit den Anfängen des Fernsehens ist mehr als ein halbes Jahrhundert vergangen und der Begriff der Flimmerkiste ist heutzutage nicht mehr ganz passend. Ein Relikt hat aber bis heute überlebt: das Halbbildverfahren (interlaced). Dabei werden die Bilder zeilenweise geteilt und anschließend nacheinander übertragen.
 
Das erste Halbbild enthält dabei die ungeraden und das zweite die geraden Zeilen. Diese Art der Übertragung halbiert die benötigte Bandbreite, sodass mehr Sender ins Kabel oder auf einen Satellitentransponder passen. Neben allen SD-Kanälen setzen auch die privaten HD-Sender Pro Sieben HD und Co. sowie der Bezahlsender Sky auf diese Darstellungweise; sie übertragen ihre Signale hochauflösend mit 1 920 × 1 080 Pixeln im Halbbildverfahren (1 080i).

Interlaced-Struktur


Alle Flachbildfernseher, egal ob LCD oder Plasma, stellen Vollbilder dar, sie arbeiten progressiv. Für die Umwandlung ist ein De-Interlacer zuständig, der, einfach ausgedrückt, die Halbbilder wieder zu einem Ganzen zusammenfügt. So simpel gestaltet sich das in der Praxis allerdings nicht, denn in der Fernsehwelt trifft man auf Film- und Videomaterial. Ersteres entsteht bei der Abtastung eines Kinofilmes, indem die 24 Voll- in 48 Halbbilder zerlegt und später beschleunigt (50 Halbbilder pro Sekunde) oder konvertiert (60 Halbbilder pro Sekunde) ausgestrahlt werden. Bei der Wiedergabe fügt der De-Interlacer die passenden Halbbilder einfach wieder zusammen. Mit einer Blu-ray-Zuspielung entfällt die komplexe Aufarbeitung, denn hier liegen die 24 Vollbilder unverändert vor. Bei Videomaterial verkompliziert sich der Prozess, denn die Aufzeichnung findet bereits im Interlaced-Modus statt und es existiert zu keinem Zeitpunkt ein Vollbild. So fehlt die Basis und der De-Interlacer muss fehlende Zeilen interpolieren, was einem Auflösungsdefizit gleichkommt. Die Interpolation geschieht über eine Schätzung der vorigen und nachfolgenden Zeile. Am effizientesten arbeiten hier adaptive De-Interlacer. Diese verfügen über einen Zwischenspeicher und erzeugen fehlende Zeilen, indem sie mehrere vorhergehende und nachfolgende Bilder analysieren. Außerdem unterscheiden sie zwischen statischen und bewegten Bildinhalten und interpolieren intelligent. Eine perfekte Rekonstruktion ist aber nicht möglich, da, wie bereits angemerkt, schon während der Aufnahme Details fehlen.
Ganz gleich ob SD- oder HD-Inhalte: Der Videoprozessor Radiance XE wandelt sämtliche Eingangssignale in Full-HD-Auflösung und Vollbilder um. Die Qualität des Ausgangssignals ist den meisten internen Videoprozessoren von TV-Geräten sichtbar überlegen, zudem bleibt die Qualität auch nach einem TV-Tausch erhalten
Bild: Auerbach Verlag

Halbbilder in der Praxis

Beim Interlaced-Verfahren enthält das erste Halbbild die ungeraden Zeilen und das zweite die geraden. Dabei wird die benötigte Bandbreite halbiert
Bild: Auerbach Verlag
Die Vollbildumwandlung ist mitunter sehr komplex. Ein simpler Algorithmus erzeugt hier Artefakte in Form einer Treppchenstruktur
Bild: Auerbach Verlag

Eine Blu-ray Disc fühlt sich auf einem Full-HDFernseher am wohlsten, denn hier entspricht jeder Bildpunkt der Disc einem Pixel des Fernsehers. Ferner liegen Filme auf der Blu-ray in Vollbildern vor, was dem Naturell von Flachbildfernsehern entspricht. Bei einer DVD liegen die Filme dagegen mit 720 × 576 Bildpunkten im Halbbildverfahren (576i) vor.
 
Im selben Format senden auch SD-Fernsehsender. An dieser Stelle greifen zwei Verfahren: Da Flachbildfernseher über eine feste Auflösung verfügen, muss das Signal hochgerechnet werden, dabei erzeugt Ihr Fernseher künstliche Bildpunkte und über das bereits bekannte De-Interlacing werden Vollbilder generiert. Bei der HDTV-Zuspielung in 1 080i greift selbstverständlich nur die Vollbildkonvertierung.
 
Wenn Sie in Bezug auf die Qualität das Optimum aus den Quellen herausholen wollen, sollten Sie diese Vorgänge von einem Videochip in einem AV-Receiver oder im Idealfall von einem Videoprozessor erledigen lassen. Letzteren stellte uns der Heimkinofachhändler Screen Professional zur Verfügung; mit diesem können Sie darüber hinaus Ihr Display oder den Projektor perfekt nach Norm kalibrieren. Beim Aufbau der Signalkette empfiehlt es sich immer, auf die digitale Schnittstelle HDMI zu setzen, denn so verschenken Sie keinerlei Qualität.
Flachbildfernseher verfügen über eine feste Auflösung; 1920x1080 Bildpunkte bilden derzeit das Optimum. Kleinere Auflösung müssen hochgerechnet werden
Bild: Auerbach Verlag
Das Menü des Radiance wirkt anfangs unübersichtlich. Mit etwas Geduld offenbaren sich unglaubliche Möglichkeiten; effizienter kann man nicht kalibrieren
Bild: Auerbach Verlag

Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.
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