„Star Trek: Picard“, Staffel 2: Ein Fehlstart nach Maß

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Das tut weh!
Bild: Amazon Prime Video
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Hochtrabend, zäh, schlichtweg langweilig: Der 2. Staffel-Start von „Star Trek: Picard“ erstickt in Geschwätzigkeit und legt nahe, dass aus den großen Schwächen des ersten Durchlaufs nicht viel gelernt wurde.

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Die Kult-Serie „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“ erzählte faszinierende Geschichten von Weltraum-Anomalien, Begegnungen mit Alien-Kulturen und Zeitschleifen. Die Plots dazu wurden in TV-tauglichen 50 Minuten aufgebaut, zügig eskaliert uns schließlich wieder aufgelöst. Eine Folge, eine Geschichte – mit der Ausnahme seltener Doppelfolgen. Mittendrin: Sir Patrick Stewart als Captain Jean-Luc Picard, in der Rolle seines Lebens.

Picard ist zurück, „Star Trek“ leider nicht

Als Captain Picard über mehr als ein Vierteljahrhundert nach der letzten Folge von „Star Trek: Das nächste Jahrhundert“ für das Streaming-Publikum bei Prime Video zurückgeholt wurde, war schnell klar: Man möchte dem modernen Serienkosmos in all seiner Unendlichkeit gerecht werden – und da muss der Spannungsbogen einer einzigen Story-Idee nunmal über eine ganze Staffel gespannt werden. Während die Rahmenhandlung in der ersten Staffel von „Picard“ deshalb nur schmerzhaft langsam voran kroch, hatte man Zeit für die Einführung neuer Charaktere – und setzte das vollständig in den Sand.

So gestand man Ikonen des „Star Trek“-Universums wie dem Androiden Data, Will Riker und Seven of Nine zur Zufriedenheit der rückwärts gewandten Trekkie-Community ihre Bildschirmzeit zu – und etablierte derweil nicht eine einzige gute neue Figur. Wie die einzelnen Charaktere aus dem merkwürdigen Haufen heißen, die dem Captain auf seinen neuen Missionen zur Seite stehen sollen, hat man sich aufgrund von deren Belanglosigkeit nicht mal eingeprägt.

Staffel 2 von „Star Trek: Picard“ startet mit Fehlzündung

Nachdem die Rückkehr von John de Lancie als Überwesen „Q“ im Trailer zur 2. Staffel von Picard angekündigt wurde, schlug so manches Herz dann doch wieder ein bisschen höher. Die Auftritte de Lancies gehörten schließlich mit zu den absoluten Höhepunkten von „Star Trek: The Next Generation“, das Zusammenspiel von Patrick Stewart und seinem übernatürlichen Gegenpart in unterschiedlichsten Kostümen hat seinen festen Platz im Archiv der größten Momente des Serien-Fernsehens. Und nun?

Wer nun erwartet hat, dass sich die Macher von „Picard“ nach der Holperpartie in Staffel 1 und durchwachsenen Kritiken weise auf die bewährten Stärken des Franchises besinnen und nun endlich wieder kurzweilig-cleveres SciFi-Fernsehen produzieren würden, war offenbar auf dem Holzweg. Soviel legt zumindest Folge 1 von Staffel 2 von „Star Trek: Picard“ nahe. Es passiert nämlich im Grunde genommen auf der Länge einer vollständigen Geschichte der alten TV-Show schier gar nichts. Erst in den letzten Minuten der neuen Episode tut sich endlich was, nur damit man auch zeitgenössisch in einem Cliffhanger enden darf. Bis dahin hat sich Patrick Stewart durch irgendwelche Reden an der Sternenflotten-Akademie gestammelt und die Barkeeperin seiner alten „Enterprise“ (Whoopi Goldberg) wiedergetroffen. Wow.

Will man den Rest eigentlich noch sehen?

Mittlerweile sind die neuen „Star Trek“-Formate wie „Discovery“ und „Picard“ wohl besser verdaulich für ein Publikum, das den alten Tagen von Kirk, Picard, Janeway und Sisko nicht hinterher trauert. Wer „Picard“ hauptsächlich an den anderen ewig aufgeblähten und um unnötige Staffeln verlängerten Streaming-Formaten misst, wird vielleicht noch eher warm damit. Für „Star Trek“-Fans, die ständig weiter wollen, was sie offensichtlich nicht bekommen sollen, stellt sich eher die Frage: Will ich mir das wirklich weiter antun? Wahrscheinlich schon. Man bleibt halt Trekkie, in guten wie in schlechten Zeiten.

Bildquelle:

  • picard.kommentar: Amazon Prime Video
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91 Kommentare im Forum

  1. Also die erste Staffel war stinklangweilig und habe ich nicht zu Ende geguckt. Nur die gealterten Schauspieler zu präsentieren langt nicht. Die Story, war keine...
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