Kabel Deutschland erhöht teilweise Preise

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Bild: © soupstock - Fotolia.com
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Der größte Netzebene-3-Kabelnetzbetreiber Deutschlands hat zum 1. Oktober still und leise neue Staffelpreise für Mehrfamilienhäuser eingeführt.

Preiserhöhungen beim Kabelanschluss waren in den letzten Jahren tabu – hier war sich die Branche bisher einig. Wer mehr Geld von den Haushalten wollte, konnte dies nur duch zusätzliche Dienste realisieren. Beispielsweise neue Digital-TV-Pakete, Kabel Internet oder Kabel Telefonie. Kabel Deutschland (KDG) scherte nun aus der Reihe dieser Kabelnetzbetreiber aus und führte zum 1. Oktober den neuen Tarif „Kabel Anschluss Haus“ ein, der die bisherigen, bei vielen Wohneinheiten sehr günstigen Tarife „Normaltarif“ und „Pauschaltarif“ ersetzt. Hierzu wurden auch die AGBs geändert. Für Neukunden greift der Tarif zum 1. Oktober, Bestandskunden, die meist jährlich zahlen, soll er ab 1. Januar gelten.
 
Für die Kabelnetzbetreiber der dahinter geschalteten Netzebene 4 sowie die Wohnungswirtschaft ist die „Preisanpassung“ völlig unverständlich. „Die Preiserhöhung ist absolut kontraproduktiv angesichts des wachsenden Wettbewerbs durch Sat-Direktempfang und DVB-T. Auch wir als Netzebene 4 Betreiber sind davon betroffen“, so Dr. jur. Peter Charissé, Hauptgeschäftsführer bei der ANGA als Verband privater Kabelnetzbetreiber. Auch der Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK) schlägt Alarm.
 
Erste Analysen des FRK ergaben, dass die Auswirkungen, insbesondere in der Einzelvermarktung der Anschlüsse, gravierend sind. Es liegen Beispiele für Erhöhungen im Bereich von 300 % vor. Das sind Größenordnungen, die den Bestand der Kabelunternehmen, die von KDG abhängig sind, massiv gefährden können und erheblichen Veränderungen der Anschlusszahlen bei KDG mit sich bringen können. Die betroffenen Unternehmen werden gezwungen sein, um zu überleben, die Abhängigkeit von ihrem Vorlieferanten KDG zu beenden. [sh]

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