3 Jahre Panama Papers: Fiskus erntet Früchte der Recherchen

03.04.2019, 18:52 Uhr, jk

Die Steuerbehörden holen sich drei Jahre nach der Enthüllung der Panama Papers Geld in Millionenhöhe zurück. Weltweit gerieten Politiker, Geschäftsleute und Prominente bei den Ermittlungen ins Visier der Behörden.


Rund drei Jahre nach den Enthüllungen der "Panama Papers", in dessen Zuge Tausende Briefkastenfirmen und Steuerhinterziehungen zu Tage gekommen sind, haben nun die zuständigen Behörden weltweit umgerechnet 1,07 Milliarden Euro an Strafen und Steuernachzahlungen verhängt. 


Allein in Deutschland seien rund 150 Millionen Euro zusammengekommen, wie NDR, WDR und die Süddeutsche Zeitung berichten. Der größte Teil entfalle auf Strafgelder für Banken. In Großbritannien konnten die Ermittler umgerechnet rund 225 Millionen Euro einfordern, in Frankreich stieg die Summe auf zuletzt rund 120 Millionen Euro. In Panama selbst wurden im Zuge der Ermittlungen Immobilien und Bargeld im Wert von umgerechnet fast 10 Millionen Euro beschlagnahmt.
 
Auch Kanada, Belgien und Australien vermeldeten signifikante Einnahmen. Die Gesamt-Summe dürfte sogar deutlich höher ausfallen, zahlreiche Länder verweigerten mit Hinweis auf laufende Ermittlungen eine Auskunft oder teilten nur allgemein mit, dass in der Folge der Veröffentlichungen die Zahl der Verfahren gestiegen sei.
 
Die Panama Papers sind ein Datensatz aus der auf Offshore-Finanz spezialisierten Kanzlei Mossack Fonseca, der der Süddeutschen Zeitung zugespielt worden ist. Gemeinsam mit mehr als 100 Partnermedien weltweit werteten sie die Papiere aus. In Deutschland veröffentlichte die SZ die Panama Papers im April 2016 gemeinsam mit NDR und WDR.

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