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  • ARD-Intendantin Piel erbost über DFL-Pläne für "Web-Sportschau"

15.01.2012, 09:27 Uhr, ar/dpa

Die ARD hat sich wenig begeistert von der Entscheidung des Bundeskartellamts gezeigt, für die Free-TV-Ausstrahlungsrechte der Fußball-Bundesliga ab der Spielzeit 2013/14 auch eine Variante mit Erstberichterstattung im Internet zuzulassen.


"Diese Entscheidung ist nicht im Sinne der Zuschauerinnen und Zuschauer. Denn sie birgt die Gefahr, dass die DFL mit einer Erstausstrahlung von Bildern des Bundesliga-Spieltages im Netz einen großen Teil des Publikums ausschließt", erklärte die ARD-Vorsitzende Monika Piel am Samstag zum Grünen Licht der Wettbewerbshüter für das von der DFL geplante Verfahren.
 
Die Behörde erlaubt der Deutschen Fußball Liga (DFL) erstmals, für die im Frühjahr anstehende Neuvergabe der Spielzeiten bis 2016/17 auch ein Modell auszuschreiben, das die Zusammenfassung der Samstag-Spiele zunächst über Web-TV im Internet um 19.00 Uhr vorsieht. Das würde das Aus für die traditionsreiche ARD-Sportschau mit Bundesliga-Berichten um 18.30 Uhr bedeuten. Erste Bilder im Free-TV wären bei dieser Variante erst ab 21.45 Uhr zu sehen.

 
Noch bei der zurückliegende Rechtevergabe 2008 hatte das Kartellamt ausdrücklich auf eine Zusammenfassung vor 20.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen bestanden und damit die Pläne der DFL durchkreuzt. "Besonders in ländlichen Gebieten ist für viele das Internet kein Ersatz für das Fernsehen, weil dort dem Web-TV häufig die notwendigen Empfangsmöglichkeiten fehlen", fügte Piel hinzu. Sie hatte die Internet-Planspiele des Ligaverbands bereits auf einer Intendantentagung in Würzburg im vergangenen Juli kritisiert (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).
 
Die DFL will bereits in der nächsten Woche mit der Ausschreibung beginnen. Insgesamt sollen nach Informationen von DIGITALFERNSEHEN.de 23 Pakete für Free-TV, Pay-TV, IPTV sowie Web-TV und Mobilfunk geschnürt werden. Für die Höhepunkte-Berichterstattung am Samstag wird neben dem Internet-Szenario auch das bisherige Modell mit einer Zusammenfassung von 18.30 Uhr an im Free-TV angeboten. Das Erste zahlt derzeit rund 100 Millionen Euro pro Saison für diese Rechte.
 
ARD-Sportintendant Ulrich Wilhelm appellierte an die "Vernunft der Vereine und der DFL, bei der Vergabe darauf zu achten, dass der Bundesliga-Fußball auch weiterhin eine Verbreitung erfährt, die seiner gesellschaftlichen Bedeutung und Verantwortung gerecht wird".
 
Das Kartellamt hatte bei seiner Freigabe für die Zentralvermarktung der Fußball-Bundesliga am Freitag zugleich betont, die Genehmigung sei an die Einhaltung zahlreicher Auflagen geknüpft. Zudem müsse die Rechtevergabe transparent gehalten werden (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete).
 
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sarkom
sarkom · Silber Member · DF-Forum
Ich sehe das eigentlich nur positiv, wenn die Erstberichterstattung neben dem Pay-TV ins Internet abwandert. Zum einen entlastet es den Gebührenzahler (also nur theoretisch versteht sich - die verpulvern die Kohle schon anderweitig) und zum anderen könnte es dem Internetausbau einen neuen Schub verleihen, wenn die Prolls dann danach schreien...
 
paranox
paranox · Senior Member · DF-Forum
Jetzt mal ehrlich, was soll dieser Mist mit dem Internet? Nicht jeder hat eine schnelle Leitung. Und wenn ich Pixelmatsch sehen will, gucke ich SD Fernsehen und nicht die Bundesliga übers Internet.

Diese Geldgeilen Säcke.
 
svg
svg · Silber Member · DF-Forum
Wir auf dem platten Land haben dann mit DSL light gar nichts davon. Auch LTE wird nicht ausgebaut. Und das betrifft in Deutschland nicht nur ein paar Tausend, sondern ein paar hunderttausend Kunden bzw. TV Seher. Diese fehlenden Zuschauer sehen dann auch die Werbung nicht mehr und die Sponsoren werden dementsprechend weniger zahlen. Und das werden Millionen sein, die den Vereinen dann fehlen. Ob das der Weisheit letzter Schluß ist ?
 
tennisfan91
tennisfan91 · Platin Member · DF-Forum
Ich bin auch dafür, dass die Buli weiter im Free-TV. Auch wenn ich schnelles DSL empfangen könnte, möchte ich nicht am PC sitzen und den Pixelmatsch schauen, ich möchte Buli in HD im Free-TV, dafür zahlen wir alle genug GEZ-Gebühren & Co.
 
Dotze
Dotze · Senior Member · DF-Forum
Die Bundesliga lebt genau davon, dass sich jeder die Zusammenfassungen zeitnah anschauen kann. Egal, ob nun Hartz 4 oder sonst was. Davon, dass auch wirklich jeder sich informieren kann, mitdiskutieren und mitfiebern kann, lebt diese Branche. Das bringt Sponsoren und Geld herein. Es ist sehr blauäugig, zu glauben, dass man das jetzt auf eine exlusive Zielgruppe einschränken muss. Wenn sozial schwache sich die Buli nicht mehr anschauen können, dann stellt sich die Bundesliga womöglich selbst ins Abseits. Denn was heute populär ist, muss morgen nicht unbedingt auch so sein. Und das sage ich als Pay-TV Abonnent!
 
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