ARD-ZDF-Onlinestudie 2017: Nutzer immer länger im Netz

11.10.2017, 12:45 Uhr, jk

Die diesjährige Onlinestudie der Öffentlich-Rechtlichen hat keine Internet-Revolutionen zu vermelden, ein Blick ins Detail kann sich aber lohnen. Ihr nach ist nur jeder Zehnte ist nicht online, während Streamingdienste weiter zunehmen.


ARD und ZDF haben ihre Onlinestudie veröffentlicht. Dabei herausgekommen sind größtenteils erwartbare Ergebnisse. Doch es gibt auch eine Neuerung: Erstmalig wurden die Teilnehmer nach konkreten Tätigkeiten befragt und die konsumierten Inhalte nach Sehen, Hören und Lesen unterteilt.


So nimmt der Studie nach zu urteilen die Nutzung des Internets in zweierlei Hinsicht weiter zu: Sowohl die Anzahl der Nutzer steigt als auch die Zeit, die sie im Netz verbringen. Die Gesamtreichweite von Onlinevideos bleibt zwar auf einem Level, in diesem Segment gewinnen aber vor allem die Streamingdienste kontinuierlich Kunden hinzu.

Mit 62,4 Millionen der deutschsprachigen Bürger ab 14 Jahren sind 89,8 Prozent von ihnen online, was 4,4 Millionen mehr als letztes Jahr sind. Täglich im Netz unterwegs sind 72 Prozent, also über 50 Millionen Menschen.

Das Internet hat auch starken Einfluss auf die klassischen journalistischen Medien wie Print, Radio und Fernsehen, da es eine Unterscheidbarkeit kaum noch möglich macht. Gerade auf diesem Gebiet standen die Öffentlich-Rechtlichen in letzter Zeit teilweise stark in der Kritik (DIGITAL FERNSEHEN berichtete), weshalb sie auch in der Studie Nutzungsbereiche in der diesjährigen Studie deutlicher trennen.

Von durchschnittlich zweieinhalb Stunden online werden 45 Minuten für Medienkonsum verwand. Eine Stunde geht fürs Chatten ("Individualkommunikation"), der Rest für sonstige Tätigkeiten drauf. Besonders viel Zeit verbringen die 14- bis 29-Jährigen mit medialen Inhalte.

"Wer für diese Generationen relevant bleiben will, muss ihnen attraktive Informations- und Unterhaltungsangebote auf ihren Plattformen machen - und dabei inhaltlich und gestalterisch mit den Erwartungen des Publikums und den Standards des Marktes Schritt halten", so der Intendant des Hessischen Rundfunks, Manfred Krupp.

Obwohl der Anteil von Online-Video sicherlich ein großer des Medienkonsums ist, blieb er gegenüber dem Vorjahr gleich. Netflix und Co. konkurrieren vor allem in den jüngeren Zielgruppen und dort eher mit den privaten Fernsehsendern, die ebenfalls oft amerikanische Inhalte zeigen.

Audio hingegen nimmt im Internet zu. Um 13 Punkte stieg der Anteil auf 46 Prozent, Was besonders an Streamingdiensten wie Spotify liegen dürfte, aber laut der Studie auch auf die steigende Popularität von Radio-Livestreams und Podcasts zurückzuführen ist.

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