
- Hintergrund Blu-ray-Herstellung
- Der Wert einer Scheibe
erstellt am 20.10.2010 von Falko Theuner

- Diese kleinen Polycarbonat-Teile sind der Hauptbestandteil einer Blu-ray. In geschmolzener Form wird der flüssige Kunststoff durch sanfte Schleuderbewegungen vollkommen gleichmäßig verteiltBild: Sony DADC
Durch die weiträumigen Flure des aus Stahl und Glas bestehenden Gebäudes führt Stefan Perlot, Manager für neue Innovationen bei Sony. Zunächst erklärt er die Produktionsvorstufe, die einen ganzen Trakt einzunehmen scheint. In der Regel läuft der Datentransfer online übers Netzwerk ab, in verschlüsselten Datenpaketen und über mehrere sichere Leitungen – damit sich kein Außenstehender daran verlustieren kann.
Nur in seltenen Ausnahmen erreichen sie die Filminhalte, Authoring-Daten und Verpackungsdesigns auf physischen Datenträgern. Sämtliche unkomprimierten Informationen werden für die Weiterverarbeitung alsdann geordnet auf einem der mächtigen Server abgelegt. Klar, dass hier eine hohe Ausfallsicherheit für den derzeitigen Datenstand von rund 2,5 Petabyte (2,5 x 1015 Byte) gewährleistet sein muss. Das System wird daher von mehreren Versorgern mit Energie beliefert und hängt für den Fall der Fälle an einem Notstromaggregat. Nach der Datenakquise geht es weiter zur Erstellung eines Masters.
Ein Master ist eine widerstandsfähige Vorlage, mit der sich tausende Scheiben pressen lassen. Doch selbst das braucht eine makellose, unverfälschte Vorlage: einen Silizium-Wafer mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern.
Das Press-Master
In die Silikonschicht des Wafers brennt ein Präzisionslaser sämtliche Informationen ein. Das heißt, er erhitzt mit dem heißesten Punkt seiner Spitze die vorgesehenen Stellen auf der Oberfläche und versetzt jene in einen kristallinen Zustand. Dabei belichtet er das Material mit einer Frequenz, die sich im Pikrosekunden-Bereich bewegt, was sehr geringe Abstände zwischen den Informationseinheiten ermöglicht.
In dem nachfolgenden Prozess wird dann alles Kristalline chemisch aufgelöst. Das Ergebnis sind Nanostrukturen, die sich in der Länge und der Breite unterscheiden und natürlich auch durch ihr Vorhandensein (Pits) sowie Nichtvorhandensein (Lands) Zeichengültigkeit erlangen.
Aus solch einem Wafer lassen sich wiederum 15 Nickelmaster gewinnen, die im Produktionsprozess quasi als Gussformen herhalten. Wie sich jeder vorstellen kann, sind dies die Negativabdrücke des Silizium-Wafers. Die Überprüfung der Qualität steht hier an erster Stelle, denn wenn auch nur ein Master fehlerhaft ist, sind gleich bis zu 40 000 Blu-rays davon betroffen und müssen entsorgt werden.
Die Informationen in diesem Artikel basieren auf sorgfältiger Recherche und geben den Sachstand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder. Spätere Entwicklungen oder Updates sind aus diesem Grund unter Umständen nicht berücksichtigt. Für Hinweise auf möglicherweise überholte Informationen sind wir dankbar.






















