Braucht der WDR ein extra großes Sparschwein?

20.12.2017, 10:25 Uhr, PMa

Im Hauhalt des Westdeutschen Rundfunks (WDR) klaffen Lücken. Die Devise lautet: Sparkurs. Was hat das für Auswirkungen?


Es dürften keine leichten Gespräche gewesen sein, als der WDR am 19. Dezember seine Haushaltsplanung bis 2021 bekannt gab. Denn die Sendeanstalt verkündet: Die "Finanzsituation bleibt angespannt". Woher stammen die Lücken zwischen den Erträgen?


Laut WDR stammen diese vor allem aus sinkenden Rundfunkbeiträgen sowie aus dem Verkauf von Werbezeit im Hörfunk und geplanten Aufwendungen. Was durch Reserven 2018 und 2019 noch mitgetragen werden kann, könnte bis Ende 2021 ein echtes Problem werden. Demnach rechnet der WDR bis dahin mit einem Defizit von rund 178 Millionen Euro.

Im bevorstehenden Jahr 2018 stehen im WDR-Haushalt den Erträgen von rund 1,41 Milliarden Euro Aufwendungen von rund 1,62 Milliarden Euro im Betriebshaushalt gegenüber. Für diese Mindereinnahmen gibt es bislang keinen Ausgleich. Jedoch könne man dieses Defizit den dafür vorgesehenen allgemeinen Ausgleichsrücklagen entnehmen und so immerhin den Haushalt 2018 ausgleichen.

Zu der Reduzierung der Werbezeiten im Hörfunk, die der WDR als ein Grund für die Situation betitelt, sei der stagnierende Rundfunkbeitrag gekommen, demgegenüber sind die allgemeinen Kosten inflationsbedingt gestiegen.

Aber wie wird denn jetzt gespart? Einsparungen ergeben sich aus dem neuen, kostengünstigeren Tarifvertrag zur Altersversorgung und der ARD-Strukturreform, erklärt der WDR. Ziel sei dabei, effizientere Strukturen durch eine intensivere Zusammenarbeit innerhalb der ARD aufzubauen. Der Rundfunkrat unterstützt den Sender bei seinen Sparmaßnahmen, betont der Vorsitzende des Gremiums, Andreas Meyer-Lauber: "Der WDR-Rundfunkrat unterstützt den Sender seit Jahren bei seinen umfassenden Bemühungen, Kosten zu senken und sich zukunftsfest aufzustellen. Dass der wirtschaftliche Ausblick gleichwohl negativ ausfällt, liegt wesentlich an Faktoren, die der WDR nicht beeinflussen kann."

Die Sparmaßnahmen haben Auswirkungen: Der WDR verweist beispielsweise in seiner aktuellen Pressemitteilung auf den Abbau von 500 Stellen, den der Sender von 2016 bis 2020 durchführt. "Für den Rundfunkrat steht jedoch der Erhalt eines qualitativ hochwertigen, unabhängigen Programmangebots im Mittelpunkt", sagt der Vorsitzende und beteuert: "Das Gesamtprogramm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ist konstitutiv für unsere Demokratie. Es muss weiterhin staatsfern und bedarfsgerecht finanziert werden und es ist dahingehend zu stärken, dass es auch die junge Generation wieder viel besser erreichen kann."

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